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Andrea Diener, Redakteurin im Feuilleton

Sarah-Lee Heinrich : Jugendsünden forever

  • -Aktualisiert am

Sarah-Lee Heinrich (rechts) war mit vierzehn mal peinlich. Das hat sie mit einem Großteil der Bevölkerung gemeinsam. Bild: dpa

Die Angst vor den Chats von gestern: Warum wir unserer virtuellen Vergangenheit nicht mehr entkommen, und warum das ein Problem ist.

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          Wer sich schon länger im Internet bewegt, erinnert sich vielleicht an den Ausspruch von Werbetexter Jean-Remy von Matt, nach dem Weblogs die „Klowände des Internets“ seien. Das sorgte 2006 für ein mittleres Shitstörmchen. Inzwischen ist viel Zeit ins Land gegangen, und wenn irgendetwas im Internet momentan an Klowände erinnert, dann ist es wohl Twitter. Im Unterschied zu physischen Klowänden allerdings bekommt jedes Dahingekritzel sofort einen Namen und einen Zeitstempel verpasst, kann abfotografiert und gegen den Urheber verwendet werden. Und ziemlich oft passiert genau das.

          Sarah-Lee Heinrich war dreizehn oder vierzehn Jahre alt, als sie in einem heute nicht mehr wirklich nachvollziehbaren Kontext „Heil“ unter ein Bild kommentierte, auf dem in einem ebenfalls nicht mehr nachvollziehbaren Kontext ein Hakenkreuz abgebildet war. Auch sonst äußerte sie sich so, wie Schüler mit dreizehn oder vierzehn auf Schulhöfen untereinander bisweilen eben reden: ungefiltert, drastisch, gern Kraftausdrücke verwendend. Sie war jung und wütend, wie viele. Schüler sind so, seitdem es Schulhöfe und Klowände gibt. Bisher war das kein Problem. Und es ergaben sich daraus auch keine Konsequenzen für das spätere Leben.

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