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Russlands stille Hoffnung : Wann kommt endlich der Tag?

  • -Aktualisiert am

Wer in diesem goldenen Moskauer Herbst am See gegenüber dem barocken Neujungfrauenkloster sitzt, dem kann es passieren, dass Alexej Navalny an ihm vorbei spaziert. Bild: Picture-Alliance

Das russische Volk schwankt auf der Suche nach einer nicht ganz unerträglichen Obrigkeit. Und Wladimir Putin beginnt Fehler zu machen. Fehler, die eine junge Generation bemerkt und als Signale des Wandels deutet. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          In Moskau haben wir dieses Jahr einen unglaublich warmen goldenen Herbst. An einem dieser sonnigen Tage stand ich am kleinen See gegenüber vom barocken Neujungfrauenkloster und schaute den Spaziergängern zu. Dies ist eine der schönsten Ecken Moskaus. Dazu passend sahen die jungen Ehepaare (mit Kinderwagen) oder verliebten Pärchen ebenfalls schön aus und fotografierten einander alle naselang mit ihren iPhones. Sie waren fröhlich, sorglos und wirkten ganz europäisch und gutsituiert. Ich dachte: Stilistisch fallen sie aus dem Bild der offiziellen Kremlpolitik heraus. Sie sind anders. Sollten sie teilweise auch vom Staatsfernsehen betäubt sein, die Annexion der Krim und den Krieg im Donbass gutheißen, handelt es sich dabei eher um eine Restbetäubung – sie geht zu Ende.

          Kaum hatte ich das gedacht, legte mir jemand von hinten die Hand auf die Schulter. Ich drehte mich um und sah Alexej Navalny vor mir. Der anerkannte Anführer unserer unversöhnlichen Opposition unternahm hier ebenfalls einen Spaziergang mit der Familie. Just an diesem Morgen hatte man ihn aus dem Gefängnis entlassen, wo er fünfzig Tage wegen der Organisation nicht genehmigter Demonstrationen gesessen hatte.

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