https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/russland-und-belarus-was-putin-und-lukaschenka-gemeinsam-haben-16929359.html

Russland und Belarus : Eine Tragödie von Lüge, Unmenschlichkeit und Idiotie

  • -Aktualisiert am

Sportsfreunde: Putin und Lukaschenka in Sotschi. Bild: Reuters

Zwei Diktatoren regieren in Russland und Belarus, doch der Kontrast zwischen dem KGB-Agenten Putin und dem Kolchosbauern Lukaschenka könnte größer nicht sein. Was sie gemeinsam haben: Beide stehen vor dem Scheitern. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Das ehemalige sowjetische Imperium ist in diesem August von zwei mächtigen Explosionen erschüttert worden, die ihm endgültig das Grab geschaufelt haben. Die ganze Welt wurde Zeuge der wütenden Reaktion Lukaschenkas auf die belarussische Protestbewegung. Und sie wurde Zeuge der ungeheuerlichen Geschichte der Vergiftung des wichtigsten russischen Oppositionellen Aleksej Nawalnyj. Diese Ereignisse überschreiten den Rahmen der Politik und verwandeln sich in eine Tragödie von Lüge, Unmenschlichkeit und Idiotie.

          Doch auch die Tatsache, dass das ehemalige Imperium ins Grab gesunken ist, bedeutet paradoxerweise nicht das Ende seiner Existenz. Es tritt in das Stadium des „Lebens nach dem Leben“ ein, mit unabsehbaren Folgen für sich selbst und die Welt. Endgültig befreit von den moralischen Verpflichtungen elementaren menschlichen Zusammenlebens, ganz zu schweigen von irgendwelchen hehren zivilisatorischen Themen, sind die ungekrönten Zaren von Belarus und Russland zu allem bereit, um ihre grenzenlose Macht für immer zu erhalten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Blamabler Eintracht-Auftakt : Niederträchtig und verstörend

          Eintracht Frankfurt hat zum Bundesligaauftakt gegen den FC Bayern ein in vielen Belangen blamables Bild abgegeben. Es herrscht Handlungsbedarf: auf dem Rasen und in der Führungsetage.
          Sinnblind den Faden verloren: Stephanie Müther (links, 2. Norn) und Kelly God (3. Norn) am Beginn der „Götterdämmerung“.

          Bayreuther Festspiele : Ein Stinkefinger fürs um Deutung bemühte Publikum

          Abschied von der Lesbarkeit der Welt: Nach der „Götterdämmerung“ entlädt sich in Bayreuth der geballte Hass des Publikums auf Valentin Schwarz, den Regisseur des neuen „Rings“. Doch dieses Fiasko erzählt viel über unsere Situation.
          Die genauen Ursachen für die Entstehung des Nationalstaates Ukraine mögen in der Forschung umstritten sein – Unterstützer gab es immer: Eine gemischte Demonstrantengruppe fordert 1990 in Kiew die Unabhängigkeit.

          Osteuropaforschung : Die Verdammten der russischen Erde

          Würde die Osteuropäische Ge­schich­te einseitig zugunsten der Opfer imperialer Aggression Partei ergreifen, riskierte sie einen Rückfall: Ein Gastbeitrag zu Chancen und Risiken einer „Dekolonisierung“.