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Eklat beim Springer-Preis : Ronja von Rönne will „keine Galionsfigur des Antifeminismus“ sein

  • Aktualisiert am

„Die Autorin exponiert sich selbst auf eine unerschrockene Art, die uns imponiert hat,“ sagt die Jury. Ronja von Rönne nahm den Axel Springer Preis für junge Journalisten trotzdem nicht an. Bild: dpa

Für Furore hatte der Text schon gesorgt, nun sollte er prämiert werden. Doch inzwischen distanziert sich Ronja von Rönne von ihrem Essay „Warum mich der Feminismus anekelt“. Die Jury bleibt bei ihrem Urteil.

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          Die Jury fand ihren Text herausragend und preiswürdig, die Verfasserin ist da inzwischen anderer Meinung: Die Autorin Ronja von Rönne hat sich bei der Verleihung des Axel Springer Preises für junge Journalisten am Montagabend in Berlin bedankt, den Preis aber, wie unter anderem die „Welt“ von der Verleihung berichtet, dankend abgelehnt.

          „Mein Plan war nie,“ sagte Ronja von Rönne der „Welt“ zufolge, „die Galionsfigur des Antifeminismus zu werden. Mein Text war eine spontane Wutrede im Kontext einer Debatte und sollte kein lebenslanges Statement sein. Einzelne Sätze sind sehr missverständlich, und für derart Missverständliches kann ich keinen Preis annehmen.“

          Die Auszeichnung galt dem Essay „Warum mich der Feminismus anekelt“, der am 5. April 2015 in der „Welt am Sonntag“ erschienen war. Darin hatte Ronja von Rönne bestimmte Formen feministischer Diskurse, die vor allem das Netz beherrschen, scharf kritisiert und war dafür ihrerseits heftig angegangen worden.

          „Wir finden die selbstkritische Haltung, die dieser Entscheidung zugrunde liegt, vorbildlich“, sagte den Angaben zufolge Thomas Spahl, der Direktor der Axel Springer Akademie, die den Preis ausrichtet. Doch „unabhängig von der heutigen Haltung der Autorin“ bleibe „ihre Arbeit auszeichnungswürdig." Die Jury meinte: „Die Autorin exponiert sich selbst auf eine unerschrockene Art, die uns imponiert hat.“

          Ronja von Rönne sollte den Hauptpreis in Silber erhalten. Der Preis in Gold ging an Bastian Berbner für einen Beitrag über die Leiden zweier Al-Qaida-Geiseln, der in der „Zeit“ erschienen war. Der Hauptpreis in Bronze ging an Dominik Stawski für einen Artikel über das rätselhafte Verschwinden einer jungen Frau und die Ermittlungen zu ihrem Tod in der Zeitschrift „Stern Crime“. Dotiert sind die Hauptpreise mit 10.000, 5000 und 3000 Euro.

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