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Reise in die Welt von AKK : Komm mit mir ins Karrenbauer-Land

Zieleinlauf: Annegret Kramp-Karrenbauer (M.), hier im Landtagswahlkampf im Saarland 2017, mit ihrer Vorgängerin als CDU-Chefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel Bild: Maximilian von Lachner

In Püttlingen trinken stolze Europäer, Konservative kaufen flache Schuhe, Muslime reden wie Katholiken. In Lebach steht das berühmte „Ankerzentrum“. Und an der Grenze marschieren „Gelbwesten“. Eine Reise in die Welt, aus der Annegret Kramp-Karrenbauer kommt.

          9 Min.

          Es war vor einer Kirche. Ein kleiner Nazi, von der SS oder vielleicht der NSDAP, das weiß die Frau, die jetzt erzählt, nicht mehr genau, hatte ihrer Familie den Weg versperrt, wollte sie nicht zur Messe lassen. Der Vater packte den kleinen Mann am Hemd, schlug zu, der Nazi stürzte, der Vater kam ins „Kittchen“. „Das sagen wir so zu Gefängnis“, sagt diese Frau, die von deutscher Vergangenheit erzählt und dazu Bier trinkt. Sie ist in Leopard gekleidet, zierlich, und zieht, während sie spricht, an einem unsichtbaren Kragen, schlägt ihn weg; macht die Bewegungen des Vaters nach. Sie sitzt in einer Bar, in einem Ort, in dem die deutsche Zukunft wohnt, die Vielleicht-Zukunft: Annegret Kramp-Karrenbauer. Das, was die Parteichefin der CDU in Zeitungen, in Mikrofone sagt, ist offiziell, ist klar. Doch was sagt ihr Zuhause über sie, ihr Denken, ihre Welt? Das Leben der Leopardenfrau zeigt einen Ausschnitt daraus, aber später, in dieser letzten Nacht, in dieser Bar, in Püttlingen.

          Anna Prizkau

          Redakteurin im Feuilleton.

          Der erste Tag beginnt mit Kirchtürmen, sie ziehen am Busfenster vorbei, in zehn Minuten ziehen vielleicht vier vorbei. Der Bus hält an. Der Burgplatz. Er ist misslungen wie das Wetter. Ein harter Regen schlägt ins Gesicht. Am Burgplatz keine Burg. Leblos liegt ein zu großer Parkplatz vor Geschäften. Lidl und Rewe und kein Mensch.

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