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Israels Rechtsextreme : Der sichere Hafen wird geschlossen

  • -Aktualisiert am

Die israelischen Politiker Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich in der Knesset Bild: AP

Seit der Knesset-Wahl fragen sich viele Diaspora-Juden, ob Israel sich verändert. Wenn dort die Rechtsextremen regieren, ist das auch für sie ein Unglück. Ein Gastbeitrag.

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          In der Woche vor den Knessetwahlen ergab sich eine Lage, wie sie für viele jüdische Menschen auf der ganzen Welt und für deren Verständnis von Israel geradezu paradigmatisch ist: Eine junge Israelin, die gerade ihren Wehrdienst ableistet, besuchte ihre Familie in Usbekistan. Ihr Rückflug ging über Dubai und damit durch den iranischen Luftraum. Genau dort gab es einen medizinischen Notfall an Bord, die Maschine musste in Teheran notlanden. Im Wissen, dass sie Gefahr läuft, vom antisemitischen Mullah-Regime als Israelin, noch dazu aktive Soldatin, festgenommen, eingesperrt und als Faustpfand gehalten zu werden, schrieb sie eine SMS an ihre Eltern. Innerhalb kürzester Zeit wurde der israelische Premierminister informiert. Und der Mossad traf Vorbereitungen, die junge Frau aus Iran herauszuholen.

          Er wurde nicht gebraucht: Die Staatsangehörigkeit der Frau, die auch einen anderen Pass besitzt, wurde am Flughafen Teheran nicht entdeckt, nach ein paar Stunden konnte sie weiterfliegen. Für mich – und für sehr viele andere Jüdinnen und Juden – steht der Aufwand, der für die Rettung dieser einen Israelin aus der Lebensgefahr betrieben wurde, vor allem für eines: für die Wichtigkeit, die das Leben eines einzelnen Menschen im Selbstverständnis des jüdischen Staates Israel hat. Dafür gibt es in der Geschichte Israels Hunderte bekannte und Tausende unbekannte weitere Beispiele.

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