https://www.faz.net/-gqz-9led6

Autorin Rebecca Solnit : Die weißen Männer sind die Minderheit

  • -Aktualisiert am

„Der ideale Bürger in einem totalitären Regime ist einer, der nicht mehr den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge kennt.“ Bild: EPA

Wie wichtig sind Wörter im politischen Streit? Die Schriftstellerin Rebecca Solnit spricht über Donald Trump, gefährliche Verharmlosung und ihr Buch „Die Dinge beim Namen nennen“.

          7 Min.

          Rebecca Solnit schlägt vor, dass wir uns in einem Café in den Hügeln San Franciscos treffen. Es ist ein heller Sonntagmorgen, man kann weit über die Stadt blicken. Seit kurzem bleibt man dabei an der immer schneller wachsenden Skyline hängen, vor allem am schimmernden neuen Büroturm der Firma Salesforce. Dem Café sieht man an, dass es einmal mit linksalternativen Ambitionen gestartet ist. Slogans an der Wand, alles vegetarisch. Jetzt sitzen hier an jedem Tisch kleine Grüppchen und unterhalten sich in lautstarkem Businessschool-English. Rebecca Solnit nervt das. Sie wohnt seit Jahrzehnten hier und ist seit ebenso vielen Jahren politisch aktiv. Und doch hat Rebecca Solnits Karriere in den letzten Jahren noch Fahrt aufgenommen. Ihre Artikel im „Guardian“ und Literaturmagazin „Lit Hub“ werden zehntausendfach geteilt, hunderttausendfach gelesen.

          Nachdem wir uns kurz umgesehen haben, schlägt Solnit vor, wir könnten uns gegenüber in die alte, holzvertäfelte Kneipe setzen. Es ist etwas zu laut und definitiv zu früh, um mit den anderen Gästen Bier zu trinken. Aber Solnit scheint sich zu freuen über die kleine Pause vom Silicon-Valley-Trubel, der stetig dabei ist, jenes politisch bewegte San Francisco zu verdrängen, das ihr am Herzen liegt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Entwicklung Arbeitsmarkt : Es steht Spitz auf Knopf

          Wann kippt der Arbeitsmarkt? Vom Autozulieferer Brose bis zur Deutschen Bank, trotz aller Meldungen über Werksschließungen und Entlassungen werden immer noch mehr neue Stellen geschaffen als alte gestrichen.
          Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde.

          Wechsel an der EZB-Spitze : Draghi und die Deutschen

          Nirgendwo ist EZB-Präsident Mario Draghi, der am 31. Oktober abtritt, auf so viel Protest gestoßen wie in Deutschland. Am Ende hat er die Macht der Europäischen Zentralbank überdehnt. Eine Bilanz.