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Raumfahrt : Zurück zum Mond und endlich weiter

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Kommen die Deutschen im All zu spät? Bild: AP

Die künftigen Aufgaben der Menschheit: Was die Deutschen und ihre europäischen Partner im Weltraum erreichen können - und warum es gefährlich sein könnte, zu spät zu kommen. Ein F.A.Z.-Interview.

          7 Min.

          Anfang kommender Woche wird in Berlin über die Zukunft der europäischen Raumfahrt entschieden. Auf der Ministerratssitzung der Esa geht es darum, das Programm für die Zeit von 2006 bis 2010 festzulegen.

          Zu diesem Anlaß befragten wir zwei führende Köpfe der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und -politik, Hans-Joachim Gante und Manfred Fuchs. Gante ist Präsidialgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V., Fuchs ist im selben Verband Vorsitzender des Forums Raumfahrt sowie Vorstandsvorsitzender des Bremer Raumfahrt- und Umwelttechnikunternehmens OHB System.

          Im Kalten Krieg hat man immer wieder gehört, daß Raumfahrt im Grunde an die Grenzen dessen treibt, was eine nationalstaatlich verfaßte, aufs Private gestützte Standort-Volkswirtschaft leisten kann. Hat es da eine Verschiebung gegeben?

          Gante: Wir haben mehr Wettbewerb im gesamten Raumfahrtsektor weltweit. Das hat damit zu tun, daß gerade Raumfahrt und Raumfahrttechnologie sehr interessant sind für Länder, die ein dynamisches Wachstum haben - sowohl von der Bevölkerung her wie ökonomisch. Die haben die Raumfahrt in den letzten Jahren massiv genutzt, dort investiert. Sie haben dabei nicht nur einen technologischen und ökonomischen Anspruch, sondern es geht auch um Identifikation.

          Fuchs: Es ist eine nationale Idee - in China, Indien, Japan. Es geht um Behauptung und Beweis nationalstaatlicher Kompetenz. Wettbewerb ist immer gut. Diese Länder haben inzwischen begriffen - insbesondere China -, daß Raumfahrt eine strategische Industrie ist, die unglaublich weit reichen kann. Das ist in Amerika immer so gewesen, in Frankreich auch. In Deutschland, nun ja... da ist es ein bißchen schwieriger mit der Aussage, die Raumfahrt ist eine strategische Industrie.

          Wie sieht denn gerade bei der Raumstation das Verhältnis zu den Amerikanern aus? In der Öffentlichkeit hat man den Eindruck, daß das abkühlt, seit Bush seine Mars-Pläne erklärt hat. Die Raumstation soll offenbar von seiner Seite aus nur noch für Versuche im Hinblick auf den bemannten Flug genutzt werden.

          Fuchs: Die Raumstation selbst ist schon noch wichtig. Vor allem für die Russen, deshalb wollen sie ihren eigenen Transporter, den sogenannten Clipper, haben, damit man wieder vernünftig hin- und herkommt. Die Amerikaner haben ein Problem: Sie müssen ihr Programm mit dem Mond und später dem Mars realisieren, das frißt das ganze Geld, was ja vielleicht auch richtig ist. Aber sie werden die Nutzung der Raumstation fortsetzen. Als Außenposten werden sie das halten.

          Manchmal hat man den Eindruck, daß die Amerikaner vor allem kurzfristig Dinge tun, die rasch gut aussehen - Mondlandung, Shuttle. Machen die Europäer das anders?

          Fuchs: Nun ja, es gibt eine Studie der Amerikaner, die zwei Jahre alt ist und in diesem Bereich wahrscheinlich alle und alles beeinflußt. Da geht es darum: Was will Amerika machen, wer sind die gefährlichen Konkurrenten? Der nächste Schritt nach der Raumstation ist nun mal der Mond. Der Mond ist wirklich interessant - meine Frau hat neulich gesagt: Jetzt weiß ich, warum der Bush da hinwill, weil es ja dieses Helium-3 da oben gibt. Und auf der Erde kümmert er sich ums Öl. Es geht also wohl in beiden Fällen um die Energie der Zukunft. Wer weiß?

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