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Streit um Raubkunst : Danach fragt ein treuer Beamter

  • -Aktualisiert am

Könnte eine Schlange sein? Kenner wissen, hier geht es um ein Kultkrokodil. Bild: Claudia Obrocki/SMB Berlin/Ethno

Die Kolonialverwaltung musste betrogen werden: An den Kultkrokodilen aus Papua-Neuguinea lässt sich studieren, dass sich der Antikolonialismus der Raubkunstdebatte die Sache zu einfach macht. Ein Gastbeitrag.

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          Im vorherrschenden öffentlichen Diskurs, in dem sich charakteristischerweise der Begriff „koloniale Raubkunst“ durchgesetzt hat, wird der Erwerb von Artefakten aus Afrika und anderen Kontinenten im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert mit der Enteignung der lokalen Bevölkerung durch Europäer („Kolonialisten“) gleichgesetzt. Zwar macht sich der Deutsche Museumsbund in der überarbeiteten Fassung seines Leitfadens die Auffassung nicht zueigen, „dass jede Erwerbung während der Zeit des Kolonialismus zu Unrecht erfolgt ist“. Aber selbst diesem Plädoyer für Differenzierung wird die Feststellung vorausgeschickt, es sei eine „Tatsache“, dass „der Kolonialismus insgesamt ein System von großer struktureller Gewalt“ darstelle.

          Die Schwarz-Weiß-Malerei kreiert ein einfaches Weltbild, in dem von den Strukturen auf die Akteure zurückgeschlossen wird: Hier die Ausbeuter, dort die Ausgebeuteten. Dass es Politiker, Verwaltungsbeamte und Wissenschaftler gab, die sich vehement für den Erhalt und Verbleib von Kulturgütern in den Kolonien einsetzten, wird ausgeblendet. Dabei hätten es gerade diese Akteure verdient, dass ihre Anstrengungen nicht dem postkolonialen Zeitgeist geopfert und totgeschwiegen werden.

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