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Denkmalstreit : Auch eine italienische Statue gerät ins Wanken

Die Montanelli-Statue in Mailand nach der Intervention Bild: EPA

In seiner Jugend war er ein glühender Anhänger des Faschismus, später kaufte er ein zwölf Jahre altes Mädchen und schrieb noch im Jahr 2000 von ihren „Dienstleistungen“: Viele Italiener haben genug vom Denkmalstatus des Journalisten und Zeitungsgründers Indro Montanelli.

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          Die globalen Proteste gegen Rassismus haben in Italien eine konservative Kultfigur der Publizistik des zwanzigsten Jahrhunderts erreicht. In Mailand übergossen linke Aktivisten am Wochenende die Bronzestatue des Journalisten, Kriegsreporters und Zeitungsgründers Indro Montanelli (1909 bis 2001) mit roter Farbe und sprühten die Wörter „Rassist“ und „Vergewaltiger“ auf den Sockel. Sie fordern die Entfernung der Statue sowie die Umbenennung des nach Montanelli benannten Parks.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Montanelli war als junger Mann ein glühender Anhänger des Faschismus und beteiligte sich als Freiwilliger an Mussolinis Abessinien-Krieg 1935/36 im heutigen Gebiet von Äthiopien und Eritrea. Er befehligte dort eine Einheit sogenannter Askari, indigener Soldaten und Polizisten in den Diensten der italienischen Kolonialherren. Auf Anraten seines Bataillonskommandeurs habe er sich ein indigenes Mädchen  gekauft, schrieb Montanelli noch in einem Artikel vom 12. Februar 2000 im „Corriere della Sera“. Es handelte sich um ein zwölf Jahre altes Mädchen, dessen Name Fatima war, Montanelli nannte sie aber Destà. Nach längeren Verhandlungen mit dem Vater habe er den „Leasingvertrag“ von 500 Lire auf 350 Lire (entspricht heute etwa 370 Euro) reduzieren können.

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