https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/psychologin-anna-baumert-im-interview-ueber-zivilcourage-18314147.html

Gespräch über Zivilcourage : „Wer sich schneller ärgert, greift eher ein!“

„Zivilcouragierte Menschen ärgern sich leichter, stärker und über mehr“: Anna Baumert in ihrem Büro an der Uni Wuppertal. Bild: Jasper Bastian

Alle finden Zivilcourage wichtig. „Aber bei den Tests, die wir gemacht haben mit gestellten Diebstählen und Betrug, hat maximal ein Viertel irgendwie reagiert“, sagt Anna Baumert. Die Psychologin erforscht, warum das so ist.

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          Frankfurter Allgemeine Quarterly: Frau Baumert, wie definieren Sie Zivilcourage?

          Rainer Schmidt
          Verantwortlicher Redakteur Frankfurter Allgemeine Quarterly.

          Anna Baumert: Wenn Personen Zeuge werden, dass moralische oder soziale Normen verletzt werden, und sie aktiv werden, um die Normverletzung zu stoppen, zu ahnden oder wiedergutzumachen, obwohl sie dabei ein persönliches Risiko eingehen. Sie haben also keinen persönlichen Nutzen davon, im Gegenteil, ihr Eingreifen bringt sie in eine Situation, in der sie entweder einer physischen Gefahr ausgesetzt sind oder soziale oder finanzielle Nachteile haben können.

          Für manche sind banalste Sachen schon eine Art Normverletzung, etwa wenn jemand in der Bahn die Schuhe auf die Bank legt. Wie nennen Sie das?

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