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Interview mit Stressforscher : „Das Leben in der Stadt kann toxisch sein“

Szenen aus dem Hauptstadtleben: Fahrgäste steigen am Berliner Bahnhof Friedrichstraße in die Linie U6 ein. Bild: dpa

Unbezahlbare Mieten, Lärm, sozialer Stress: Ein Psychiater und Stressforscher erklärt, warum Metropolen unsere körperliche Gesundheit und Psyche belasten und warum Autofahrer am meisten gestresst sind.

          5 Min.

          Herr Adli, macht uns die Stadt krank?

          Melanie Mühl

          Redakteurin im Feuilleton.

          In gewisser Weise – ja. Zumindest tut sie das unter bestimmten Umständen, obwohl die Stadt als Lebensort für die meisten von uns sehr viel Positives bietet.

          Welche Umstände sind das?

          In der Regel ist es der soziale Stress, der uns psychisch beeinträchtigen und krank machen kann. Sozialer Stress entsteht aus dem Zusammenleben von vielen Menschen auf begrenztem Raum. Und zwar speziell die Gleichzeitigkeit von sozialer Dichte und sozialer Isolation, wozu auch Einsamkeit gehört. Beides, Dichte und Isolation, sind soziale Stressfaktoren. Wenn dazu noch das Gefühl kommt, der Umgebung ausgeliefert zu sein und sie nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechend beeinflussen zu können, wird die Mischung besonders gesundheitsrelevant. Wir sprechen dann von geringer „environmental mastery“.

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