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Prozess gegen Serebrennikow : Auf Bewährung

In den Fängen der Justiz: Kirill Serebrennikow trifft zur Urteilsverkündung ein. Bild: dpa

Kirill Serebrennikow wurde in Moskau für schuldig befunden, eine kriminelle Vereinigung gegründet und 1,6 Millionen Euro gestohlen zu haben. Seine Haftstrafe von drei Jahren wurde zur Bewährung ausgesetzt: Jubel vor dem Gerichtsgebäude.

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          Einen „Schauprozess über die zeitgenössische Kunst und Kultur“ nennt die Verlegerin Irina Prochorowa das Gerichtsverfahren gegen den Regisseur Kirill Serebrennikow und drei seiner ehemaligen Mitstreiter vom Theaterprojekt „Platforma“, die vom Moskauer Meschtschanski-Gericht schuldig gesprochen wurden. Nur der Leiterin des Moskauer Jugendtheaters, Sofia Apfelbaum, die mit „Platforma“ als Angestellte des Kulturministeriums kooperiert hatte, seien, wie die Richterin Olesja Mendelejewa erklärte, die „kriminellen Vorgänge“ nicht bewusst gewesen. Sie habe fahrlässig gehandelt. Serebrennikow bekam drei Jahre Haft auf Bewährung, er muss 10.000 Euro Strafe zahlen, kann aber sein Gogol-Center nach Angaben seines Anwalts weiter leiten.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Anklage hatte auch Apfelbaums Schuld als „erwiesen“ bezeichnet und vier Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 2800 Euro für sie verlangt. Im Übrigen wiederholte Mendelejewa in ihrer Urteilsbegründung über weite Teile die Anklageschrift. Demnach soll Kirill Serebrennikow in der Zeit 2011 bis 2014 als künstlerischer Leiter von „Platforma“ eine Verbrechergruppe gegründet haben, um Fördermittel des Kulturministeriums zu veruntreuen, sich und seine Mittäter persönlich zu bereichern und das Ministerium hinters Licht zu führen.

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