https://www.faz.net/-gqz-a57s7

Komponist von Bose vor Gericht : Eingesperrt und mit Drogen gefügig gemacht

  • -Aktualisiert am

Der Komponist Hans-Jürgen von Bose in jungen Jahren in einem Hotelzimmer. Bild: akg-images / Harald Fronzeck

Seit der Verurteilung von Siegfried Mauser wegen sexueller Nötigung kämpft die Musikhochschule in München um ihr weltweites Renommee. Nun beginnt ein neuer Prozess gegen einen weiteren Professor. Der Vorwurf: Vergewaltigung.

          9 Min.

          Es ist der dritte große Strafprozess in fünf Jahren, der auf die Hochschule für Musik und Theater in München zukommt, und ihr Präsident Bernd Redmann, der gern seine Vorreiterrolle im Kampf gegen sexuelle Diskriminierung und Machtmissbrauch betont, steht unter Druck. Sein Vorgänger, Siegfried Mauser, heute 65 Jahre alt, wurde 2016 und 2019 in zwei Verfahren der sexuellen Nötigung für schuldig befunden und rechtskräftig verurteilt. Es war der tiefe Fall eines hochangesehenen Konzertpianisten und Hochschulpräsidenten, den die Politik bis zuletzt hofierte, einige der größten Intellektuellen des Landes tun es bis heute.

          Mitte November beginnt vor der dritten Strafkammer des Landgerichts München I ein neuer Prozess, diesmal gegen den langjährigen, mittlerweile suspendierten Kompositionsprofessor Hans-Jürgen von Bose, auch er eine Berühmtheit. Es geht um den Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung. Die Vorfälle sollen sich 2006 und 2007 ereignet haben, warum der Fall erst jetzt vor Gericht kommt, ist für Bernd Redmann „ein völliges Rätsel“. Tatsächlich ist der Fall Bose älter als der Fall Mauser. Und wie schon bei den Prozessen gegen seinen Vorgänger befürchtet Präsident Redmann nun wieder Schlagzeilen, die das Renommee seiner Institution weiter beschädigen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Danika Maia

          Plattform „Onlyfans“ : Die Mädchen von nebenan

          Auf der Plattform „Onlyfans“ wird Sex als Lifestyle verkauft. Während der Pandemie stieg die Zahl der Mitglieder von sieben auf neunzig Millionen. Über die Grenzen des Legalen und Legitimen wird gestritten.