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Prepper und Corona : Die Stunde der Urbanophobie

Der Eingang ins Paradies der Sicherheit ist nicht sehr pittoresk: Hinter der schweren Stahltür liegt das Survival Condo, ein Refugium für Reiche in Kansas. Bild: CHET STRANGE/The New York Times/

Die Angst vor Bioterror und die Sehnsucht nach der Waldhütte: In der Krise wächst die Prepper-Szene, die sich aus den verletzbaren Städten in die Natur zurückziehen will.

          7 Min.

          Können wir unter diesen Umständen nicht eine Weile auf den geselligen Verkehr mit seinem Kleinkram verzichten, um uns an unseren eigenen Gedanken zu erbauen? Ich bin gern allein. Es herrscht ein Überangebot an geselligem Verkehr. Wir begegnen einander in zu kurzen Abständen, dreimal täglich treffen wir uns bei den Mahlzeiten und tischen uns dem anderen auf, ungenießbar, wie wir sind. Für das, was wir uns wirklich zu sagen haben, brauchten wir nicht so oft zusammenzukommen.“

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Der Mann, der das schreibt, hat sich in die Wälder zurückgezogen, in eine Hütte „mitten unter Tannen und Nussbäumen, etwa dreißig Schritt vom Ufer entfernt, zu dem ein schmaler Pfad herunterführte“. An die Stadt erinnert dort nur die Eisenbahn, die hörbar in der Nähe vorbeirast, mit Leuten an Bord, „die sich ihre Unterhaltung außerhalb suchen müssen, im geselligen Verkehr und im Theater“. Das hat der Mann nicht nötig, er versorgt sich selbst, liest, schaut den Habichten zu, die über der Lichtung kreisen, und dem Fischadler, der einen Fisch heraufholt, und später schreibt er das Buch, das ihn, der 1862 im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen einer Lungenerkrankung sterben sollte, zu einem der bedeutendsten Nationaldichter Amerikas machte: Henry David Thoreaus „Walden; or, Life in the Woods“ erzählt von der Zeit, die sein Verfasser von 1845 bis 1847 mitten in der Natur in einer selbstgezimmerten Hütte auf einem Waldgrundstück des Schriftstellers Ralph Waldo Emerson verbracht hatte.

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