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Ein postkolonialer „Leitfaden“ : Alles nur Ideologie

  • -Aktualisiert am

Bald ein Restitutionsfall? Das Ischtar-Tor aus Babylon im Berliner Pergamonmuseum Bild: AFP

Im neuen „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ erscheint das Osmanische Reich nicht mehr als Kolonialmacht. Sein Wechsel von der Täter- auf die Opferseite offenbart einen Konstruktionsfehler im postkolonialen Geschichtsbild.

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          Vor einem Jahr hat der Deutsche Museumsbund einen „Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ veröffentlicht. Die hundertdreißig Seiten starke Broschüre soll deutschen Museen als Handreichung bei der Provenienzforschung und der Behandlung von Restitutionsansprüchen an Objekten aus ihren Beständen dienen. Schon bei der offiziellen Vorstellung in Berlin kündigte der Museumsbund eine Neuauflage in diesem Jahr an, die auch Ergebnisse eines geplanten Workshops mit internationalen Museumsexperten einbeziehen sollte.

          Diese Neuauflage ist jetzt erschienen. Sie umfasst gut sechzig Seiten mehr als der alte „Leitfaden“, was vor allem am deutlich erweiterten theoretischen Mittelteil („Hintergrundinformationen“) liegt, in dem jetzt eine Angehörige der Tlingit aus Alaska über die Kunst und die Traditionen ihres Volkes schreibt und Ethnologen aus Neuseeland, Namibia, Australien und Samoa ihre Thesen zur „Dekolonisierung des Sammlungs- und Ausstellungsmanagements“ formulieren (etwa: „Das indigene Wissen muss Vorrang haben“).

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