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Druck auf Bibliotheken : Buchauswahl wird zum Politikum

  • Aktualisiert am

Eine Mitarbeiterin der Stadtbibliothek in Rostock sichtet die Regale. Bild: dpa

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands ist alarmiert: Von links wie von rechts gebe es Versuche, Buchbestände oder Veranstaltungen politisch zu beeinflussen, sagt Andreas Degkwitz.

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          Die Bibliotheken in Deutschland erleben ein neues Phänomen: „Es gibt von Links wie von Rechts Versuche, Buchbestände oder Veranstaltungen von Bibliotheken im jeweils politischen Sinne zu beeinflussen“, sagte Andreas Degkwitz, der Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

          Die Bibliothekare und Bibliothekarinnen bemühten sich sehr um ausgewogene Bestände und Veranstaltungen. Doch dies werde durchaus kritisiert, so Degkwitz. „Das bewegt sich zwar im einstelligen Prozentbereich. Aber dass es überhaupt dazu kommt, das ist für uns schon etwas Neues, dem wir selbstverständlich entgegenwirken. Dafür brauchen wir aber auch politische Unterstützung.“

          Degkwitz verweist auf die gesellschaftliche Bedeutung von Bibliotheken. In den Kommunen und Städten gebe es Orte wie Büchereien immer weniger. „Ich hatte neulich mal ein Gespräch mit einer Bekannten, die sagte mir: In unserem Vorort sind inzwischen die Banken durch Geldautomaten ersetzt worden. Es gibt einen Supermarkt, alle kleinen Geschäfte sind weg. Was noch geblieben ist, ist die Bibliothek. Das ist nun eigentlich der einzige öffentliche Ort, wo man noch hingehen kann, um jemanden zu treffen.“

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