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Politische Extrempositionen : Willkommen in der Polarisierungsfalle

  • -Aktualisiert am

Susanne Hennig-Wellsow (Linke) wirft Thomas Kemmerich (FDP) nach dessen Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten einen Strauß Blumen vor die Füße. Bild: dpa

Die politische Debatte wird von Extrempositionen bestimmt, die Probleme bereiten und Lösungen blockieren. Wie kann man sie vermeiden? Ein Appell wider die Lagerbildung.

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          Am heutigen Mittwoch stellt sich Bodo Ramelow in Thüringen abermals zur Wahl, ebenso wie der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. Die Polarisierung der Landespolitik erreicht die nächste Stufe. Erinnern wir uns: Vor einem Monat hatte die Landeschefin der Linken, Susanne Henning-Welsow, dem von der AfD mitgewählten Thomas Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße geworfen. Ein Ausdruck, ein Akt extremer Polarisierung. Sie verweigerte dem politischen Gegner, dem mit Mehrheit gewählten Kandidaten, den grundsätzlichen Respekt. Henning-Welsow hat für diese Geste viel Anerkennung gefunden. Gleichzeitig warnen viele vor einer Polarisierung. Was stimmt nun?

          Keine Frage, Demokratie braucht Polarisierung. Polarisierung bietet Orientierung im für viele unübersichtlichen politischen Angebot. Rücken die Parteien zu eng zusammen, wird die Unterscheidung normalerweise schwierig. Das Gefühl für den politischen Wettbewerb geht verloren. In Deutschland haben viele Jahre großer Koalition diese Wahrnehmung befördert. Politik wird oft als Problem-Management wahrgenommen und nicht als selbstverständlicher Streit um Werte und Interessen, in dem jede Seite mal gewinnt und mal verliert. Zu wenig Polarisierung kann also ein Problem sein. Aber extreme Polarisierung ist ein größeres Problem.

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