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Plädoyer für linken Realismus : Die Zeit der Illusionen ist vorbei

  • -Aktualisiert am

Fliegt jetzt auch noch die Koalition auseinander? Andrea Nahles im Kreis von SPD-Genossen wartet auf Nachricht. Bild: EPA

Es gibt eine Erklärung dafür, dass die Parteien der Mitte in Schwierigkeiten sind und die AfD sich aufplustern kann. Über die Gründe redet man aber nicht gern und malt lieber die Welt schön. Das haben die Bürger gemerkt.

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          Der „Spiegel-Online“-Kolumnist Christian Stöcker ließ seine Leser unlängst wissen, dass die Welt besser wird. Gegen Miesmacherei und eine angebliche Doom-Kultur, wo alles nur im Untergang begriffen wird, versuchte er mit Autoren der Fortschrittsgläubigkeit, wie dem Psychologen Steven Pinker, zu argumentieren, dass unsere Welt, nüchtern betrachtet, besser geworden sei und auch besser werde. Die Botschaft ist: Entspannt euch mal, lehnt euch zurück und seht dem Liberalismus beim Siegen zu.

          Ferda Ataman verkündete: „Deutschland ist weltoffen und locker. Schluss mit Apokalypse!“ Die Botschaft: Nervt nicht so rum, genießt das Leben. Journalismus als positive Psychologie ist das. Schönwetterliberalismus trifft Schönwetterjournalismus. Hier wird nur eine Haltung beschrieben und eingefordert. Die Probleme, die die Wirklichkeit hervorbringt, werden eher ignoriert. Von „Aktivismus-Journalismus“ hat Christoph Schwennicke im „Cicero“ gesprochen. Das stimmt. An Aktivismus muss noch nichts falsch sein. Journalisten haben ihre Meinung. Das ist Ausdruck des Medienpluralismus in diesem Land.

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