https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/peter-schaefers-ruecktritt-im-juedischen-museum-berlin-muss-beunruhigen-16247747.html

Rücktritt im Jüdischen Museum : Da läuft etwas ganz fürchterlich schief

  • -Aktualisiert am

Die Akademie des Jüdischen Musuems Berlins, dessen Direktor Peter Schäfer bis zu seinem Rücktritt Mitte Juni 2019 war Bild: dpa

Peter Schäfer wurde ein Opfer der immer giftigeren Auseinandersetzungen um Israel, analysiert David N. Myers, Professor für jüdische Geschichte, in seinem Gastbeitrag. Schäfers Rücktritt als Direktor des Jüdischen Museums Berlin muss beunruhigen.

          4 Min.

          Peter Schäfer gehört zu den weltweit angesehensten Kennern des antiken Judentums und lehrte bis vor kurzem in Princeton, wo er eine Generation führender Forscher auf dem Gebiet der Judaistik heranbildete. 2014 kehrte er nach fünfzehn Jahren in Amerika in seine Heimat Deutschland zurück und übernahm die Leitung des Jüdischen Museums Berlin (JMB), einer außerordentlich bedeutsamen Kultureinrichtung dieser Stadt. Er brachte ein ungewöhnlich breites Wissen, institutionelles Knowhow und Vertrautheit mit der einheimischen Kultur mit in sein Amt.

          Vergangene Woche trat Schäfer plötzlich von seinem Amt zurück. Er wurde ein Opfer der immer giftigeren Auseinandersetzungen um Israel und die Israel-Kritik in Deutschland, Europa und Nordamerika. Als besonderer Katalysator wirkte eine mit dem JMB-Twitter-Feed verlinkte Petition, die gegen eine vom Bundestag am 17.Mai 2019 verabschiedete Resolution protestierte. Diese Resolution verurteilte nicht nur die Boycott-Divestment-and-Sanctions-Bewegung (BDS), sondern erklärte unzweideutig: „Die Argumentationsmuster und Methoden der BDS-Bewegung sind antisemitisch.“ Auf dem Twitter-Feed des Museums hieß es, die Entscheidung des Bundestags sei im Kampf gegen den Antisemitismus nicht hilfreich.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Am vergangenen Wochenende demonstrierten in London Anhänger des schottischen Selbstidentifikations-Regelung für Trans-Rechte.

          Debatte über Transrechte : Vergewaltiger im Frauengefängnis

          Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon ist im Streit um Transrechte in die Defensive geraten. Nachdem ein Vergewaltiger in ein Frauengefängnis sollte, beugte sie sich jetzt Protesten.
          Bernard Arnault (vierter von links) im Kreise der Familie

          Wer leitet künftig LVMH? : Der Schatz der Arnaults

          Der reichste Mann der Welt hätte allen Grund, sich zur Ruhe zu setzen – tut es aber nicht. Seine Nachfolgeplanung bleibt ein wohlbehütetes Geheimnis.