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Symbolpolitik : Wo bitte geht’s zum Regenbogen?

  • -Aktualisiert am

Zwischen symbolpolitischer Reverenz und machtpolitischer Geste: der Regenbogen Bild: Frank Röth

Abstrafung und Ausschluss sind Kehrseiten einer Politik, die angeblich alle einschließen will. Anmerkungen zu symbolischem Reflexhandeln, LGBTQ und der Beziehung mit Ungarn. Ein Gastbeitrag.

          8 Min.

          Kreuzerlass für alle bayerischen Amtsstuben (2018). Regenbogenflagge vor der Bayerischen Staatskanzlei (2021). Dieser Söder lässt uns keine Ruhe. Bange Fragen von innen und interessierte von außen: Wird jetzt auch in Bayern das Religiöse durch das Schräge ersetzt? Oder kann man in dem Vorgang möglicherweise ein positives Signal sehen, mit einer neuen Symbolkraft, wo ein Zeichen das andere ergänzt?

          Als Erstes mag uns die Debatte lehren: Trotz leerer Kirchenbänke bleiben auch in der Hochmoderne weltanschauliche Auseinandersetzungen fest in christlich-biblischer Symbolik verankert. Auf diese phänomenale Kontingenz macht aktuell der britische Literaturwissenschaftler Tom Holland in seiner Kulturgeschichte des Christentums aufmerksam: „Herrschaft – Die Entstehung des Westens“. Eines seiner verblüffendsten Beispiele ist die Kontroverse zwischen John Lennon und Paul McCartney, die zur Auflösung der Beatles führte. Lennon hatte sich über die christliche Konnotation von McCartneys „Let It Be“ aufgeregt, weil es mit der Zeile endete: „when I find myself in times of trouble, Mother Mary comes to me“ – „wenn es mir schlecht geht, kommt Mutter Maria zu mir“. Lennon in einem Wutanfall über das Christentum: „Es wird verschwinden und eingehen. Ich muss mich nicht auf Argumente einlassen; ich weiß, dass ich recht habe und dass ich recht behalten werde.“ Im Gegenzug hatte sich Paul über Johns „goody goody stuff“ amüsiert, den „Gutmenschenkram“.

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