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Pädagogen am Pranger : Warum schimpfen alle auf die Lehrer?

  • -Aktualisiert am

Jetzt wird also der Lehrermangel bekämpft, indem man den Beruf des Lehrers abschafft und ungelernte Fachleute vor die Klasse setzt. Bild: dpa

Lehrermangel mag es geben. Das eigentliche Problem ist aber, dass ein ganzer Berufsstand systematisch schlechtgeredet wird. Strategisch ist das ungeschickt.

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          Die Sommerferien sind noch nicht einmal in allen Ländern vorbei, da hagelt es wieder negative Schlagzeilen aus Deutschlands liebster Problem-Institution: der Schule. Das aktuelle Stichwort lautet „Lehrermangel“. Der sei dramatisch, alarmierend und ein Debakel für das deutsche Bildungssystem. 10000 Stellen seien gar nicht besetzt und 30000 mit für das Lehramt überhaupt nicht ausgebildeten Quereinsteigern.

          Schon hört man, endlich sei mal wieder der Zeitpunkt für Reformen an den Schulen, während die Bundesbildungsministerin im „Spiegel“ fleht, keine „Strukturdebatten“ zu führen, sondern „darüber nachzudenken, was gute Schule ausmacht und wie wir uns schrittweise dorthin entwickeln können“. Nachdem die Früchte ebendieses Nachdenkens die deutschen Schulen seit mindestens fünfzig Jahren beglücken, klingt die Äußerung der Ministerin in ihrer Arglosigkeit nahezu erschütternd. Aber fragen wir trotzdem: Was sind die Ursachen des akuten Lehrermangels, und haben sie denn überhaupt etwas mit der Qualität der deutschen Schulen zu tun?

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