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Der Stil des neuen Kabinetts : Ampelmänner, Ampelfrauen

Nur keine Schnörkel: Olaf Scholz nach seiner Ernennung durch den Bundespräsidenten Bild: dpa

Bei der Ernennung und Vereidigung des Kabinetts von Olaf Scholz gibt es wenig Elegantes zu sehen. Aber der Mangel an Glätte und Geschicklichkeit hat auch seine Vorteile.

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          Man kann unsere legendäre deutsche Ernsthaftigkeit gut finden, ja vorbildlich nennen, aber es wäre ehrlich zuzugeben, dass sie mit einem irritierenden Mangel an Formen und entschiedener Uneleganz einhergeht. Schon klar, Rituale und Pathos sind uns verdächtig, und die historischen Gründe dafür sind so überlebensgroß, dass kaum noch jemand die Frage stellt, ob sie auch nur halbwegs vernünftig sind. Beispiel eins: Während der Verabschiedung Angela Merkels mit einem Großen Zapfenstreich in der vergangenen Woche redete die ZDF-Moderatorin erbarmungslos über die musikalische Darbietung hinweg, gerade so, als sähen wir das zur Prime Time alle zwei Wochen. Da wurde Musik gespielt, Leute! Live-Musik! Da hätte man, vielleicht sogar aus Respekt vor der scheidenden Bundeskanzlerin, einfach ein paar Minuten nur zuhören können.

          Paul Ingendaay
          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Beispiel zwei: die Verleihung der Ernennungsurkunden für das neue Kabinett in Schloss Bellevue. Sicher, das Setting war schmucklos, der Ablauf genauso, aber der Bundespräsident macht so etwas nur alle vier Jahre, und manche Zuschauer der Zeremonie hätten vielleicht gern die paar gesprochenen Worte verstanden. Aber nein, Phoenix-Moderatorin Janette Klag zerredete diese Minuten genauso wie Bettina Schausten den Zapfenstreich in der Woche zuvor.

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