https://www.faz.net/-gqz-8odyl

Stadtrat stimmt für Bewerbung : Nürnberg will Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden

  • Aktualisiert am

Idyllisches Nürnberg: Sonnenuntergang hinter der Kaiserburg Bild: dpa

Die Entscheidung ist gefallen: Der Stadtrat stimmte einer Bewerbung Nürnbergs zu. Doch die Konkurrenz ist stark.

          Nürnberg bewirbt sich um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“. Das entschied am Mittwoch der Stadtrat der fränkischen Metropole mit großer Mehrheit von SPD, CSU und Grünen. Gegenstimmen gab es unter anderem von Freien Wählern (FW), der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) und der Linken Liste. Die Gegner sind vor allem aufgrund der hohen Kosten gegen das Projekt. Die Freien Wähler kündigten erneut an, ein Bürgerbegehren gegen die Bewerbung starten zu wollen.

          Die Bewerbung sei „eine wegweisende Entscheidung für die Zukunft Nürnbergs“ und „große Chance“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) kündigte an: „Wir wollen dieses Konzept mit den Bürgern gemeinsam erstellen. Es ist ein Mitmach-Prozess.“ Dafür soll in der Innenstadt ein Bewerbungsbüro eingerichtet werden, das als zentrale Anlaufstelle dient. Lehner sagte: „Keine andere Stadt hat den Titel so sehr verdient wie Nürnberg. Eine Stadt, die diese Geschichte hat, kann auch die europäische Dimension erfüllen.“

          Bis zum Jahr 2019 muss nun die Bewerbung erarbeitet werden. Allein dafür fallen Kosten in Höhe von etwa fünf Millionen Euro an, welche die Stadt allein tragen muss. Die weiteren Kosten sind noch unklar.

          Jürgen Dörfler (Freie Wähler) sagte, 2025 werde die Schuldenlast der Stadt Nürnberg voraussichtlich bei zwei Milliarden Euro liegen. Daher seien Kosten für die Kulturhauptstadt von „mindestens 50 Millionen Euro“ nicht zu verantworten. „Wie glauben auch nicht, dass wegen geplanten Themen wie „Diversity“ Touristen nach Nürnberg kommen werden“, sagte Dörfler. Der Linken-Stadtrat Titus Schüller forderte, das Geld lieber direkt in kulturelle Einrichtungen zu investieren.

          Rathauschef Maly antwortete: In der französischen Ex-Kulturhauptstadt Marseille hätten die Kosten bei 200 Millionen Euro gelegen. „Das ist aber nicht unser Vorbild.“ Trotzdem verstehe er die Unsicherheit der Gegner. „Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten für Klarheit sorgen“, sagte Maly.

          Im Jahr 2020 fällt die Entscheidung, welche deutsche Stadt das Rennen macht. Die Konkurrenz ist groß: Gegen Nürnberg treten sieben weitere deutsche Städte an - unter anderem Dresden, Magdeburg, Chemnitz und Leipzig. Neben Deutschland darf sich für 2025 auch eine Stadt aus Slowenien bewerben.

          Weitere Themen

          Im Kampf gegen die Elemente Video-Seite öffnen

          Kind in Schacht gefallen : Im Kampf gegen die Elemente

          Die Lage ist kompliziert und daher kann die Bergung des Kindes nicht so schnell durchgeführt werden, wie ursprünglich erhofft. Sicher ist, dass der Zweijährige in den Schacht gefallen ist, doch ein Lebenszeichen gibt es bis jetzt nicht. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

          Orbáns Feindbild

          Kampagne gegen George Soros : Orbáns Feindbild

          Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat sich auf einer Pressekonferenz zu George Soros geäußert und enthüllt, wie seine Auseinandersetzung mit dem Finanzinvestor eigentlich begann.

          Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille Video-Seite öffnen

          Robert Menasse : Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille

          Für seine Verdienste um die deutsche Sprache würdigte Malu Dreyer den Autor Robert Menasse „als großen Erzähler der Gegenwart“, der seit mehr als drei Jahrzehnten nicht aus der deutschsprachigen Literatur wegzudenken sei.

          Topmeldungen

          Donald Tusk und Theresa May bei einem Treffen in Brüssel am 25. November 2018

          Liveblog zum Brexit : EU lehnt Mays Plan B umgehend ab

          +++ May will mit EU erneut über Nordirland-Auffanglösung verhandeln +++ Kein zweites Referendum +++ Corbyn: „nichts Neues“ +++ Alle Entwicklungen im FAZ.NET-Liveblog. +++
          Wie ausradiert: Die Zerstörung immer größerer Teile des Gehirns führt zum großen Vergessen und am Ende sogar zum Verlust der Persönlichkeit.

          16 Jahre vor der Demenz : Ein Bluttest für Alzheimer

          Unheilbar, aber nicht unsichtbar: Nachdem deutsche Forscher entdeckten, dass Alzheimer-Spuren lange vor Krankheitsbeginn im Blut zu finden sind, haben sie einen Bluttest entwickelt. Anwendungsreif ist er nicht.
          Die schwarz-rot-goldene Begeisterung ist groß in den Hallen der Handball-WM.

          WM-Kommentar : Der Erfolg des Handballs

          Egal, ob man harte Zahlen nimmt oder den weichen Faktor Gefühl: Diese Handball-WM ist bislang eine einzige Erfolgsgeschichte. Das verwundert nicht. Erstaunlich ist aber etwas anderes. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.