Lethen und Sommerfeld : Wären nicht die Germanen im Ehebett
Neulich war eine Journalistin der „New York Times“ bei ihnen zu Hause in Wien. Die Homestory über Caroline Sommerfeld und ihren Mann Helmut Lethen war dann überschrieben mit dem Titel: „Eine sehr deutsche Liebesgeschichte: Wenn sich Altlinks und Neurechts ein Schlafzimmer teilen“. Lethen ist einer der profiliertesten Kulturwissenschaftler seiner Generation, der Generation von Achtundsechzig, Autor vielgelesener Studien zur Charakterkunde des politischen Extremismus, von den „Verhaltenslehren der Kälte“ bis jüngst „Die Staatsräte“. Neben dem politischen Gegensatz ist es auch der Altersunterschied von beinahe vier Jahrzehnten, welcher das gemeinsame Leben der Philosophin und des Literaturwissenschaftlers als flamboyantes Thema auszeichnet, ganz abgesehen von der motivgeschichtlich ergiebigen Konversion Sommerfelds, einer anlässlich ihrer Dissertation 2005 hochgelobten Kant-Forscherin, zu einer Galionsfigur der Identitären um 2015 herum.

