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Neugestaltung der Paulskirche : Ein unmoralisches Angebot

Die Frankfurter Innenstadt 1945, hinten die Paulskirche: „ein riesiges Rund aus nackten, ausgeglühten Steinen von einer beinahe römischen Gewaltsamkeit“. Bild: INTERFOTO

Der Paulskirche fehlt es an Wertschätzung, nicht an Dekor. Die Stadt Frankfurt hat das erkannt. Was wird sie unternehmen, wenn der Bund das Kommando übernimmt und sie nach seinen Vorstellungen umbaut?

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          Authentizität ist, so lautet eine gängige Definition, wenn unmittelbarer Schein und eigentliches Sein miteinander übereinstimmen. Worauf also wollen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und nun auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters hinaus, wenn sie in sehr ähnlichen Worten fordern, dass die Paulskirche in Frankfurt am Main als „authentischer Ort“ der deutschen Demokratiegeschichte erlebbar gemacht werden soll? Offenkundig wird sie diesem Anspruch in ihrer nüchtern-pathetischen Gestalt nicht gerecht. Was zu verändern wäre, sagen die beiden Politiker allerdings nicht. Eine Rekonstruktion der Gestalt, in der sie sich 1848 dargeboten hat? Eine zeitgenössische Interpretation? Eine Walhalla der 48er-Bewegung?

          Matthias Alexander

          Redakteur im Feuilleton.

          Der von Steinmeier ausgegangene Impuls, die Demokratiegeschichte stärker ins allgemeine Bewusstsein zu rücken, ist plausibel. In Zeiten, in denen die Demokratie von den einen verächtlich gemacht, von den anderen in ihrem Bestand als allzu selbstverständlich betrachtet wird, liegt der Gedanke nahe, sich auf die Wurzeln zu besinnen. Auch das Hambacher Schloss und andere Stätten der Freiheits- und Demokratiebewegung sollen stärker in den Fokus gerückt werden. Mit der Benennung eines Saals nach Robert Blum in seinem Amtssitz Schloss Bellevue hat der Bundespräsident einen kleinen Anfang gemacht.

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