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Neuer Fund : Hegels Vorlesungen

  • Aktualisiert am

Hegel-Denkmal in der Dorotheenstraße in Berlin-Mitte Bild: Angela Monika Arnold / Wikimedia Commons

Als Student war Friedrich Wilhelm Carové dem Philosophen Georg Wilhelm Hegel nach Berlin gefolgt. Seine jetzt gefundenen Handschriften umfassen fast alle Teile von Hegels enzyklopädischem System.

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          Der Philosoph Klaus Vieweg aus Jena hat im Archiv des Erzbistums München und Freising fünf Kisten mit zahlreichen Mitschriften von Vorlesungen gefunden, die Georg Wilhelm Hegel in Heidelberg gehalten hat. An der dortigen Universität lehrte Hegel auf seiner ersten Professur von 1816 bis 1818. Die bislang völlig unbekannten Mitschriften stammen aus der Hand von Friedrich Wilhelm Carové. 1789 in Koblenz geboren, hatte Carové zunächst Rechtswissenschaften studiert und im preußischen Zolldienst gearbeitet, bevor er 1816 in Heidelberg das Studium der Philosophie aufnahm. 1818 folgte er Hegel nach Berlin.

          Carové war einer der wenigen Katholiken, die am studentischen Wartburgfest teilnahmen, und gehörte zum ausländerfreundlichen und nicht antisemitischen Teil der deutschen Burschenschaft, ein Engagement, das ihn später die Möglichkeit kostete, Professor zu werden. 1852 ist er als Publizist in Heidelberg gestorben. Seine jetzt gefundenen Handschriften umfassen fast alle Teile von Hegels enzyklopädischem System, von der Logik über mehrere Mitschriften der Naturphilosophie, die Philosophie des subjektiven und objektiven Geistes bis hin zur Geschichte der Philosophie.

          Die Kisten des Erzbistums enthielten unter anderem eine schon lange gesuchte und wohl vollständige Ästhetik-Vorlesung Hegels aus Heidelberg. Die Manuskripte sollen jetzt von einem internationalen Expertenteam an der Universität Bamberg unter Mitwirkung des Philosophen Christian Illies als kommentierte Ausgabe veröffentlicht werden.

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