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Frankfurts bunte Koalition : Kultur, Kohle, noch kein neues Theater

Bald ist es soweit: Die Stadtischen Bühnen öffnen wieder für ihr Publikum. Bild: dpa

In der neuen Koalition im Frankfurter Römer tun die Grünen ganz groß. Die Kulturpolitik aber macht die SPD. Der freien Kulturszene wird viel Geld versprochen. Doch wo kommt das her? Und wo bleibt die Hochkultur?

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          Die Demokratie funktioniert doch noch in Frankfurt. Nach der Kommunalwahl am 14. März konnte man das Gefühl haben, dass die Grünen die absolute Mehrheit errungen hätten, so selbstbewusst war ihr Auftreten, und so unterwürfig fielen die Huldigungen der übrigen Parteien aus, die von den erstmals zur stärksten Partei avancierten Grünen zur Stadtregierungsbildung eingeladen werden wollten. Dabei hatten die Grünen gerade einmal knapp ein Viertel der Stimmen errungen – ein beachtlicher, aber eben auch kein berauschender Wert deutlich unter dem Schwellenwert für Volksparteien.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

          Inzwischen steht die Koalition von Grünen, SPD, FDP und den jungen Europaenthusiasten namens Volt. Nimmt man den am Freitag präsentierten Koalitionsvertrag und die Ressortverteilung im künftigen Magistrat zum Maßstab, dann sind die Grünen auf das Maß geschrumpft, das ihnen der Souverän zugedacht hat. Vielleicht sogar noch etwas mehr; das gilt zunächst für die Postenverteilung: Mit den Ressorts Planen, Kultur sowie Schule und Bauen besetzt die auf siebzehn Prozent geschrumpfte SPD drei der wichtigsten Dezernate. Und blickt man durch das ideologische Klimbim in Sachen Geschlechterpolitik und Ökologie auf die Substanz, dann ist in dem 220-Seiten-Vertrag auch in der Sache ziemlich viel Sozialdemokratie enthalten.

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