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Neid in der Krise : Warum es den anderen immer ein Stück besser geht

Geht es hier überhaupt um den Wurm? Bild: Picture-Alliance

Man kann sich nicht nicht vergleichen: Mit den Lockerungen wächst unweigerlich der Neid. Über Gefahren und Chancen eines tabuisierten, aber allzu menschlichen Gefühls.

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          Abends nach Feierabend hatten beide Balkone gleichberechtigt im Schatten gelegen. Aber zu Beginn der Krise stellte sich heraus, dass der Mieter der einen Wohnung tagsüber mehrere Stunden auf einem Liegestuhl in der Sonne arbeiten konnte, während der andere auf der Nordseite fror. Als der wiederum anfing, im Hausflur herumzufragen, ob jemand davon gehört hätte, dass der Nachbar mit dem Sonnenbalkon arbeitslos geworden sei, verstand keiner, was ihn dabei antrieb.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Neid ist ein wenig akzeptierter Begleiter, er wird verleugnet und tabuisiert, „abgelehnt“, wie die Psychoanalytiker sagen. Aber Menschen können sich nicht nicht vergleichen. Wo der Eindruck entsteht, Besitz und Glück anderer, vor allem derer, die uns nah sind, sei ungerechtfertigt, keimt er.

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