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Angebliche Trump-Affäre : 150.000 Dollar, damit eine Enthüllung verschwindet

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Nach der angeblichen Affäre mit Trump: Karen McDougal (r.) im August 2007 mit ihrem damaligen Freund, dem Schauspieler Bruce Willis, vor Saint-Tropez Bild: Picture-Alliance

Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat sich das ehemalige Playboy-Model Karen McDougal die Story einer Affäre mit Trump gut bezahlen lassen. Ein Boulevardmagazin soll sie gekauft haben, um sie verschwinden zu lassen.

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          „Catch and kill“ nennt man es im amerikanischen Reporter-Jargon, wenn eine Zeitung oder ein Fernsehsender die Exklusivrechte an einer Story kauft, um diese dann für immer verschwinden zu lassen. So soll es, wie das „Wall Street Journal“ berichtet, mit der Enthüllung einer zehnmonatigen Affäre Donald Trumps mit einem früheren Playboy-Model im Jahr 2006 geschehen sein. 150.000 Dollar soll der „National Enquirer“, eine wöchentlich erscheinende Boulevardzeitschrift mit einer Million Auflage, dem „Playmate“ das Jahres 1998, Karen McDougal, gezahlt haben, ohne die Verpflichtung eingegangen zu sein, die Geschichte auch veröffentlichen zu müssen.

          Geht es nach American Media Inc., dem Verlag, der den „National Enquirer“ publiziert, wurde die Summe für eine Fitness-Kolumne und Magazin-Cover der nächsten zwei Jahre bezahlt. Dem „Wall Street Journal“ liegen allerdings Dokumente vor, denen zufolge McDougal dem Medienunternehmen 150.000 Dollar Schadenersatz zahlen muss, falls sie in Interviews oder sozialen Medien von „einer romantischen, persönlichen und/oder körperlichen Beziehung“ erzählt, die sie „jemals mit einem seinerzeit verheirateten Mann“ hatte. Der Name Donald Trump kommt in dem Dokument nicht vor.

          Der Mann hinter der Legende

          Der aktuelle Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist seit Januar 2005 mit seiner dritten Ehefrau Melania verheiratet. Im Jahr 2006 kam ihr gemeinsamer Sohn Barron auf die Welt.

          Trump hatte im vergangenen Jahr eine Kolumne im „National Enquirer“. Die Folgen trugen Überschriften wie „Ich bin der einzige, der Amerika wieder groß machen kann!” oder „Donald Trump: Der Mann hinter der Legende!“ Dass das Boulevardmagazin dem Unternehmer nahesteht, ist aber schon länger bekannt. Es sei kein Geheimnis, dass er und Donald Trump Freunde seien und dass er ihn außerordentlich bewundere, antwortet American-Media-Chef David Pecker auf die Enthüllung des „Wall Street Journals“. Allerdings habe der „Enquirer“ unter ihm auch über Trumps Affäre mit der Schauspielerin Marla Maples berichtet, während er noch mit seiner ersten Frau Ivana verheiratet war. Marla Maples war Trumps zweite Frau. Das spreche Bände über das Bekenntnis zu investigativem Journalismus, lässt sich Pecker zitieren.

          Hope Hicks, eine Sprecherin Donald Trumps, weist die Behauptung einer Affäre zwischen McDougal und Trump als „vollständig unwahr“ zurück. Und Karen McDougal selbst war gegenüber dem „Wall Street Journal“ zu keiner Stellungnahme bereit. Vielleicht hätte sich die Zeitung dafür bereiterklären müssen, die Schadenersatzforderungen des „Enquirer“ zu erfüllen. Oder dem Model war an der Veröffentlichung ihrer Beziehung zu Trump nie gelegen. Versilbern lässt sie sich ja auch so.

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