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Bio-Textilien : Mode aus Milch

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Vom Pulver zum Garn: QMilk produziert Gewebe aus Milch Bild: QMilk

Weil die Bekleidungsindustrie enorme Umweltbelastungen verursacht, werden Bio-Textilien immer beliebter. Der neueste Schrei: Kleidung aus Milch. Schont die Umwelt und spart sogar die Hautcreme!

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          Man nehme Milch, verarbeite sie zu Quark, trockne diesen, erhitze das entstandene Proteinpulver (Kasein), knete es, presse es zu Fasern und schneidere daraus ein Kleid. Kleidung aus Milch - ist das die Zukunft? Für die Mikrobiologin und Designerin Anke Domaske schon. Gemeinsam mit dem Faserinstitut Bremen entwickelte sie ein Verfahren zur Herstellung von Milchfasern, das mit wenigen Ressourcen und ohne chemische Zusatzstoffe auskommt. Die Fasern werden aus Rohmilch gewonnen, die nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden darf. Zudem sind sie vollständig biologisch abbaubar. Für die Herstellung von einem Kilogramm Fasern werden nur fünf Minuten und maximal zwei Liter Wasser benötigt. Die ersten Kleider aus Milch sind bereits im Handel erhältlich. Der Stoff fühlt sich angeblich glatt und seidig an. Zudem pflegen die im Stoff enthaltenen Proteine die Haut. Man spart also die Hautcreme.

          Biomode ist modern. Die Textilbranche ist eine der umweltschädlichsten Industrien. Der Verbrauch von Wasser und Pestiziden beim Baumwollanbau, der Energieaufwand bei der Herstellung synthetischer Fasern sowie das Färben von Stoffen schaden Natur und Umwelt erheblich. Außerdem wird Erdöl knapp, das bei der Herstellung synthetischer Fasern eine wichtige Rolle spielt. Ob sich die Milchfaser aus Kasein aber durchsetzen wird, ist offen. Bisher ist sie zu teuer, um mit Fasern aus Cellulose oder Polymilchsäure zu konkurrieren.

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