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Reform der Künstlersozialkasse : Viele Künstler geben einfach auf

Krisenprotest: Künstler demonstrieren für wirksame Corona-Hilfen für Soloselbstständige vor dem Finanzministerium. Bild: picture alliance/dpa

Grundeinkommen oder Reform der Künstlersozialkasse? Verbände und Politik diskutieren über die Absicherung von Kulturschaffenden, die wegen der Krise immer noch leiden. Doch die Vorstellungen gehen auseinander.

          5 Min.

          Pandemie, Lockdown, Inflation: Kein Bereich wurde von den Krisen zuletzt so hart getroffen wie die Kultur- und Kreativindustrie. Schon zu Beginn von Corona konnten viele Kulturschaffende kaum von ihrer Arbeit leben. Die Situation hat sich 2021 verschärft. Laut Statistischem Bundesamt verdient ein Drittel aller bildenden Künstler weniger als 1000 Euro im Monat. Im Kulturbetrieb liegt einiges im Argen. Doch erst Gespräche mit den Künstlern zeigen die tatsächlichen Probleme, die hinter dieser Zahl stehen.

          Kevin Hanschke
          Volontär.

          „Wir sind am Ende unserer Kräfte“, sagt etwa der Hamburger Musiker Joachim Griebe. Auch viele seiner Kollegen sind am Existenzminimum oder wechseln den Beruf. Einen regelrechten Exodus beobachtet Helge-Björn Meyer, Leiter der Geschäftsstelle des Bundes der freien darstellenden Künste. „Viele Künstler geben einfach auf.“ Weitere Statistiken deuten an, wie fragil der Kulturbetrieb immer noch ist. Die Umsatzeinbußen durch die Pandemie belaufen sich auf 28 Milliarden Euro. In einer Umfrage unter Berliner Künstlern gaben 2021 mehr als achtzig Prozent an, sich aufgrund der Ausfälle existenzielle Sorgen zu machen. 58 Prozent sagen, bei fortlaufenden Einschränkungen mit Einkommensverlusten von mehr als 75 Prozent zu rechnen. Auch deshalb sucht die Politik nach Wegen, Künstler zu unterstützen – ein Ansatz dafür ist eine Reform der Künstlersozialkasse. Doch wie könnte diese aussehen?

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