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Honorare freier Künstler : Grütters schlägt Ausfallregelung vor

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Bild: dpa

Wenn öffentlich subventionierte Kulturinstitutionen weiterhin ihre Zuwendungen erhalten, warum bekommen dann die dort engagierten freien Künstler kein Ausfallhonorar? Kulturstaatsministerin Monika Grütters macht jetzt einen Vorschlag zur Güte.

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          Schon kurz nach der Stilllegung des Spielbetriebs an deutschen Theatern, Opern- und Konzerthäusern stellte das Online-Portal Theapolis die Frage, „warum ein Theater den Gästen die Gage um fünfzig Prozent kürzen will, wenn es doch selbst ohne Ticket-Einnahmen achtzig bis fünfundachtzig Prozent des Budgets aus Steuermitteln erhält“. Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins, hatte angesichts der Zuwendungsgarantie bei öffentlich geförderten Häusern ebenfalls recht früh dafür plädiert, diese sollten zu ihren Verträgen mit den freien Mitarbeitern stehen und sich trotz ausfallender Vorstellungen kulant zeigen.

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Bislang wird die Honorierung, je nach Trägerschaft und Tätigkeit, unterschiedlich gehandhabt. Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks zahlt beispielsweise selbständig arbeitenden Aushilfen im Ensemble ein Ausfallhonorar; den Gästen, die ohnehin bei anderen Orchestern fest angestellt sind, jedoch nicht. Solisten und Dirigenten erhalten keine Vergütung; Komponisten aber würden honoriert, wenn sie die Auftragswerke bereits fertiggestellt hätten.

          Das unter freien Künstlern kursierende Gerücht, in Frankreich würde von öffentlich finanzierten Häusern der Subventionsanteil des Etats als Ausfallhonorar weitergereicht, bestätigt sich nicht. Serge Dorny, Intendant der Oper Lyon, gab auf Anfrage dieser Zeitung bekannt, dass er Künstlern, die bereits probten, aber nicht auftreten konnten, einen Ausfall von dreißig Prozent ihres Honorars zahlt, bei kleinen Gagen siebzig Prozent. Zu einem etwas geringeren Prozentsatz würde das auch so gehalten bei Künstlern, die weder proben noch auftreten konnten.

          In Deutschland ist es, vor allem bei Werkverträgen mit Bühnenbildnern und Regisseuren, schwer möglich, dass öffentliche Institutionen für ausgefallene Leistungen zahlen. Unterdessen hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters – sicher auch in Reaktion auf einen offenen Brief, den Musiker wie Matthias Goerne, Anne-Sophie Mutter und Christian Thielemann am vergangenen Wochenende unterzeichnet hatten – im Deutschlandfunk den Vorschlag gemacht, solche rechtlichen Hürden befristet zu beseitigen. Sie wolle mit den Bundesländern sprechen, ob und wie es möglich sei, auf schon beschlossene Gagen und Engagements einen Abschlag mindestens in der Höhe des Kurzarbeitergeldes zu zahlen. Nach dessen kürzlicher Erhöhung auf bis zu 87 Prozent würden dann die Ausfallgagen tatsächlich in etwa dem Subventionsanteil öffentlich finanzierter Häuser entsprechen. Fraglich ist nur, wie lange die Kommunen sich das bei einbrechenden Steuereinnahmen leisten können.

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