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Mitteldeutsche Schlösserstiftung : Was wird aus dem Mitspracherecht der lokalen Träger?

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Sanierungsbedürftig: Schloss Reinhardsbrunn im thüringischen Friedrichroda Bild: Picture-Alliance

Um dem Sanierungsstau bei Schlössern und Gärten in Thüringen und Sachsen-Anhalt zu begegnen, ist eine Mitteldeutsche Schlösserstiftung geplant. Kulturpolitiker der CDU und der Grünen kritisieren das Vorhaben.

          Die gemeinsam mit Sachsen-Anhalt geplante Mitteldeutsche Schlösserstiftung ist in Thüringen weiter umstritten. So hat etwa der CDU-Landtagsabgeordnete und kulturpolitische Sprecher der Fraktion, Jörg Kellner, deutliche Vorbehalte gegen das Projekt geäußert, berichtete die in Weimar erscheinende „Thüringer Landeszeitung“ (Samstag). Er habe davor gewarnt, dass lokale Träger von Museen letztlich dazu gezwungen würden, bei der Gründung mitzumachen und ihre Objekte und Kulturwerte ohne jegliches weiteres Mitspracherecht in die Stiftung einzubringen.

          „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass man das anders organisieren könnte“, sagte Kellner der Zeitung. Als Beispiel, dass es zwischen Bund und Land funktionieren könne, ohne einen weiteren Partner ins Boot zu holen, diene dem Christdemokraten die Klassik Stiftung Weimar, die einen Finanzierungsvertrag mit dem Bund geschlossen habe, hieß es.

          Auch die Grünen-Abgeordnete Madeleine Henfling sei skeptisch. „Diese neue Stiftung ist nur ein Vehikel. Sie ist kulturpolitisch nicht unbedingt notwendig“, sagte sie dem Blatt. Sie hätte es bevorzugt, dass der Bund eine andere Möglichkeit findet, Geld für die Sanierung der Schlösser und Gärten zu geben.

          Geplant ist, dass Thüringen und Sachsen-Anhalt je 100 Millionen Euro vom Bund erhalten, um dem Sanierungsstau bei Schlössern und Gärten begegnen zu können. Bedingung ist, dass beide Länder jeweils weitere 100 Millionen Euro zur Gegenfinanzierung bereitstellen.

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