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Mitgefühl in Coronazeiten : Die Egoismus-Falle

Was passiert mit unserer Empathie, wenn wir alle im selben Boot sitzen? Bild: dpa

Die Tatsache, dass die Corona-Krise uns alle betrifft, könnte uns zusammenschweißen, schließlich sitzen wir im selben Boot. In Wahrheit aber schwächt genau das unsere Fähigkeit, mitzufühlen.

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          Der erste Schock scheint überwunden. Nicht wenige dürften sich in den vergangenen zehn Tagen wie in einem Katastrophenfilm gefühlt haben, durchaus beflügelt von einer gewissen Lust am Nervenkitzel und elektrisiert von der Pandemie-Angst, aber jetzt, sagt der Kulturwissenschaftler Fritz Breithaupt, fehle uns das Script, wie es weitergeht. Wir treten in die zweite Phase der Corona-Krise ein. Der Spannungsbogen flacht ab, der Ausnahmezustand entwickelt sich erstaunlich rasch zur neuen Normalität, die Regeln des sozialen Miteinanders sind festgelegt.

          Melanie Mühl
          Redakteurin im Feuilleton.

          Dazu gehört auch, wie viel von welchem Supermarktprodukt zukünftig nach Hause geschafft werden darf. Weil unser Bewegungsradius innerhalb kürzester Zeit auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist, rücken die eigenen vier Wände bedrohlich näher. „Gefühle wie Panik und Angst nehmen insgesamt eher ab und weichen Nervosität und Gereiztheit. Jeder verfolgt die Nachrichten, aber es gibt im Moment keine dramatischen qualitativen Veränderungen, sondern Zahlenverschiebungen“, sagt Fritz Breithaupt.

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