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Schönheit in Japan : Die Rückeroberung des Gesichts

  • -Aktualisiert am

Was zählt, ist das Aussehen: Auf der Messe „Beautyworld“ in Tokio Bild: Picture-Alliance

Frauen sind keine Opfer mehr und Schönheitsoperationen nicht länger notwendiges Übel für gesellschaftliche Akzeptanz: Die japanische Schriftstellerin Mieko Kawakami über Schönheitsoperationen und weiblichen Zusammenhalt.

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          Bevor ich selbst in den sozialen Medien aktiv wurde, hatte ich bereits einen Twitter-Account, um die Tweets von anderen mitzulesen. Ich folgte überwiegend Frauen, die an Feminismus und Genderfragen interessiert waren, Müttern, Pädagoginnen und so weiter. Besonders spannend fand ich aber diejenigen, die ausschließlich über Schönheitsoperationen tweeteten.

          Im japanischen Twitter heißen solche Konten „Beauty-OP-Schmuddelaccounts“ (seikei aka), wobei es sich bei „aka“ um ein Wortspiel handelt, das Wort selbst ist die Abkürzung für „Account“, während das entsprechende chinesische Schriftzeichen „Schmutz“ bedeutet. In ihren Tweets äußern sich die Frauen über ästhetisch-plastische Operationen im Allgemeinen und ihre individuellen Erfahrungen mit solchen Eingriffen im Besonderen: detaillierte Beschreibungen der jeweiligen Behandlungen, alle Phasen des Prozesses, vom Beratungsgespräch bis zum letzten Nachsorgetermin, die Persönlichkeit des ärztlichen Personals, die Atmosphäre in bestimmten Kliniken, vor und nach der OP getroffene Vorsichtsmaßnahmen, Kosten, Ausfallzeiten, dazu, ausführlichst dokumentiert und mit expliziten Fotos bebildert, der Heilungsprozess.

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