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Labortiere in der Medizin : Sonst bleibt nur der Menschenversuch

  • -Aktualisiert am

Ohne sie geht es nicht: Labormaus in Wien Bild: Picture-Alliance

Ohne Labortiere kann der Krebs niemals besiegt werden. Nichts beweist das besser als der aktuelle Medizin-Nobelpreis, erklären zwei Wissenschaftler in ihrem Gastbeitrag.

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          Brauchen wir für den Fortschritt in der Medizin zwingend Tierexperimente? „Mice lie!“, Mäuse lügen, ist einer der typischen Schlachtrufe von Tierversuchsgegnern, die es in ganz Europa gibt. Die Übertragbarkeit tierexperimenteller Ergebnisse auf den Menschen wird generell in Zweifel gezogen. Die Gegner argumentieren dabei äußerst emotional. Der diesjährige Medizin-Nobelpreis, der in dieser Woche an zwei Immunologen verliehen wurde, ist für uns Mediziner ein hervorragendes Beispiel für die auf absehbare Zeit weiterbestehende Notwendigkeit von Tierexperimenten – und zwar sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die daraus entstehende Entwicklung neuartiger und wirkungsvoller Therapien.

          Der Nobelpreis an James Allison und Tasuko Honjo wird verliehen für Arbeiten, die erstmals durch Einsatz der sogenannten Checkpoint-Inhibitoren systematisch und reproduzierbar das körpereigene Immunsystem zur Abwehr von Krebs aktivieren. Seit der ersten experimentellen Anwendung an Hautkrebs-Patienten hat diese Therapieform schon vielen Patienten das Leben gerettet. Die hierfür relevanten Moleküle CTLA-4 und PD-1 wurden in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren ursprünglich ohne jeden Bezug zur Tumortherapie entdeckt.

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