https://www.faz.net/-gqz-9hm4l

Labortiere in der Medizin : Sonst bleibt nur der Menschenversuch

  • -Aktualisiert am

Ohne sie geht es nicht: Labormaus in Wien Bild: Picture-Alliance

Ohne Labortiere kann der Krebs niemals besiegt werden. Nichts beweist das besser als der aktuelle Medizin-Nobelpreis, erklären zwei Wissenschaftler in ihrem Gastbeitrag.

          4 Min.

          Brauchen wir für den Fortschritt in der Medizin zwingend Tierexperimente? „Mice lie!“, Mäuse lügen, ist einer der typischen Schlachtrufe von Tierversuchsgegnern, die es in ganz Europa gibt. Die Übertragbarkeit tierexperimenteller Ergebnisse auf den Menschen wird generell in Zweifel gezogen. Die Gegner argumentieren dabei äußerst emotional. Der diesjährige Medizin-Nobelpreis, der in dieser Woche an zwei Immunologen verliehen wurde, ist für uns Mediziner ein hervorragendes Beispiel für die auf absehbare Zeit weiterbestehende Notwendigkeit von Tierexperimenten – und zwar sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die daraus entstehende Entwicklung neuartiger und wirkungsvoller Therapien.

          Der Nobelpreis an James Allison und Tasuko Honjo wird verliehen für Arbeiten, die erstmals durch Einsatz der sogenannten Checkpoint-Inhibitoren systematisch und reproduzierbar das körpereigene Immunsystem zur Abwehr von Krebs aktivieren. Seit der ersten experimentellen Anwendung an Hautkrebs-Patienten hat diese Therapieform schon vielen Patienten das Leben gerettet. Die hierfür relevanten Moleküle CTLA-4 und PD-1 wurden in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren ursprünglich ohne jeden Bezug zur Tumortherapie entdeckt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der Spezial-Keller in Bamberg, lange bevor das Coronavirus die Tische leerte.

          Öffnung der Gastronomie : Endlich wieder in den Biergarten

          Nach sechs Monaten Lockdown dürfen viele Restaurants zumindest ihre Terrassen wieder öffnen. Die Betreiber freuen sich – sie sind aber auch überfordert.
          An der Goldküste des Zürichsees entwickeln sich die Dinge gern etwas weniger dynamisch.

          Helvetische Stille : Wer rüttelt endlich die Schweiz wach?

          Kann Wohlstand eine Bürde sein? Die Hoffnung vieler linker Schweizer Ex-Aktivisten wurde durch ein Millionen-Erbe zunichtegemacht. Wahrscheinlich ist deshalb kein Funken Aufruhr in Sicht. Nur Veränderung von außen kann helfen.
          Ugur Sahin und Özlem Türeci haben das Mainzer Unternehmen Biontech gegründet.

          Impfstoff-Patente : Was ist mit dem Schutz für die Lebensretter?

          Mit Leichtigkeit werden diejenigen ignoriert, die in der Pandemie den größten Beitrag leisten. Es gibt viele Gründe, die eine noch rasantere Produktion der Vakzine verhindern.