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Mauerfall-Debatte : Warum befragen wir unsere Eltern nicht?

  • -Aktualisiert am

Erich Honecker umgeben von Egon Krenz (l.), Eberhard Aurich (r.) und Pionieren auf der Ehrentribüne des Pioniertreffens im August 1988 in Karl-Marx-Stadt. Bild: Picture-Alliance

Es ist leicht, über den Westen zu klagen – aber was sagen jene, die die SED-Diktatur mitgetragen haben? Ein Beitrag des Theologen Hagen Findeis zur aktuellen Mauerfall-Debatte.

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          In der Debatte über die „Friedliche Revolution“ vor dreißig Jahren überwiegt bislang nicht die Freude über die geschenkte Freiheit und die neuen Lebensmöglichkeiten der Deutschen, sondern es wird genörgelt. Der Streit zwischen Detlef Pollack, Ilko-Sascha Kowalczuk, Rainer Eckart, Katrin Hattenhauer, Johannes Leithäuser, Helmut Fehr und zuletzt Werner Schulz indiziert mehr als die vergangenheitspolitische Frage, wem die Ehre für das Zustandekommen des gänzlich Unerwarteten gebührt. Dass die Vertreter der ehemaligen oppositionellen Gruppen diese für sich beanspruchen, ist aus deren Sicht nur zu verständlich: Unter allen Akteuren, die sich seit dem Mauerbau für politische Reformen eingesetzt haben, sind die Mitglieder politisch alternativer Gruppen in der DDR wahrscheinlich die höchsten Risiken eingegangen.

          Dass nun aber dreißig Jahre nach dem Zusammenbruch der SED-Herrschaft wieder um die Frage gestritten wird, wem das Verdienst zukommt, das Unrechtssystem beseitigt zu haben, wirft neben der eher akademischen Frage nach der Einsichtsfähigkeit in das letztlich kontingente Zusammenwirken voneinander unabhängig wirksamer endogener und exogener politischer Handlungsstränge eine Reihe weiterer Fragen auf, deren Beantwortung für den Zustand der politischen Kultur in Deutschland einiges auszusagen vermag.

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