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Massaker an Palästinensern : Operation Maulwurf

  • -Aktualisiert am

Im Grenzgebiet zwischen Israel und Jordanien lagen in den Fünfzigerjahren etliche arabische Siedlungen. Bild: Reuters

1956 verübten Soldaten Israels an der Grenze zu Jordanien ein Massaker an Palästinensern. Einer neuen Studie zufolge war die Tat Teil eines Vertreibungsplans.

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          In der israelischen Geschichte ist der 29. Oktober 1956 mit mehreren dramatischen Ereignissen verknüpft: Damals wurde der Sinai-Feldzug eröffnet, den Israel mit Unterstützung Frankreichs und Großbritanniens gegen Ägypten führte und der in nur einer Woche mit der Eroberung der gesamten Halbinsel Sinai endete. Allerdings mussten sich die Israelis schon nach wenigen Monaten wieder zurückziehen. Die israelische Armeeführung hatte damals auch die Grenze zu Jordanien im Blick. Hier sollten Truppenbewegungen den Eindruck erwecken, dass Israel im Osten angreifen wolle. Gleichzeitig bereitete man sich damit auf einen möglichen Angriff Jordaniens vor, weil man damit rechnete, dass die Jordanier, wie schon im israelisch-arabischen Krieg von 1948, durch irakische Truppen Verstärkung erhalten und nach Israel eindringen könnten.

          Im dortigen israelischen Grenzgebiet lagen etliche arabische Siedlungen, deren Bewohner seit 1948 und noch bis 1966 unter israelischer Militärverwaltung lebten. Nachts herrschte Ausgangssperre; wer dagegen verstieß, riskierte sein Leben. Eine der Maßnahmen, die das israelische Täuschungsmanöver umfassen sollte, war die Stationierung zusätzlicher Truppen in den arabischen Ortschaften, die mit einer Verlängerung der Ausgangssperre einhergehen sollte. Sie sollte am 29. Oktober statt um 21 Uhr vier Stunden früher beginnen, worüber man die Palästinenser allerdings erst eine halbe Stunde vor Beginn informieren wollte.

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