https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/martin-rosemann-eine-woche-im-bundestag-das-knirschen-der-macht-18146044.html

Eine Woche im Bundestag : Das Knirschen der Macht

  • -Aktualisiert am

Will der Gesellschaft etwas zurückgeben: der Volkswirt Martin Rosemann Bild: Fionn Große

Er will der Gesellschaft etwas zurückgeben, aber wie erträgt man diese entfremdete Sprache? Eine Woche im Bundestag unterwegs mit dem SPD-Abgeordneten Martin Rosemann.

          9 Min.

          Am späten Sonntagnachmittag verabschiedet sich Martin Rosemann in Tübingen von seiner Familie, fährt zum Stuttgarter Flughafen und fliegt nach Berlin. Dort hat er in Wilmersdorf eine kleine Wohnung, am Montag in der Früh beginnt seine Arbeit. Rosemann ist ein klassischer Berufspendler: Er ist Bundestagsabgeordneter. Mindestens 21 Wochen im Jahr lebt er in Berlin, die sogenannten Sitzungswochen. Den Rest verbringt er in seiner Heimatstadt; am Neckar hat er unterm Dach eines Geschäftshauses sein Wahlkreisbüro.

          Minutiöse Offenheit

          Rosemann fällt auf, weil er auf seiner Homepage mit minutiöser Offenheit Einblick in seine Einkommensverhältnisse gewährt – und weil er keinerlei Nebenverdienste hat. Für einen gelernten Volkswirt ist das erstaunlich. Rosemann will ausschließlich Abgeordneter sein. Auf der Homepage erklärt er auch, warum: Seine Eltern haben erst über den zweiten Bildungsweg Abitur gemacht, und er selbst habe als Körperbehinderter viel Solidarität von anderen erfahren – er will etwas zurückgeben. Soziale Gerechtigkeit scheint für ihn kein Schlagwort zu sein. Da Rosemann der SPD angehört, ist ein Besuch im Bundestag derzeit ein Gang in kompliziertes Gelände.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Blamabler Eintracht-Auftakt : Niederträchtig und verstörend

          Eintracht Frankfurt hat zum Bundesligaauftakt gegen den FC Bayern ein in vielen Belangen blamables Bild abgegeben. Es herrscht Handlungsbedarf: auf dem Rasen und in der Führungsetage.
          Sinnblind den Faden verloren: Stephanie Müther (links, 2. Norn) und Kelly God (3. Norn) am Beginn der „Götterdämmerung“.

          Bayreuther Festspiele : Ein Stinkefinger fürs um Deutung bemühte Publikum

          Abschied von der Lesbarkeit der Welt: Nach der „Götterdämmerung“ entlädt sich in Bayreuth der geballte Hass des Publikums auf Valentin Schwarz, den Regisseur des neuen „Rings“. Doch dieses Fiasko erzählt viel über unsere Situation.