Markus Lüpertz :
Welche Welt will dieser Fürst regieren?

Von Julia Voss
Lesezeit: 6 Min.
Adler, 2005
Seine Bilder sind Lehrbeispiele dafür, wie ein deutscher Künstler zuverlässig in jede Falle tappt, die sich ihm stellt: Eine Ausstellung in Bonn zeigt das Werk von Markus Lüpertz. Es ist die Demonstration einer exemplarischen Tragödie.

Hier muss die die Geschichte von Markus Lüpertz erzählt werden: Maler, Bildhauer, ehemaliger Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, selbsternanntes Genie und ein Künstler, den es wirklich gibt. Das muss auch dazu gesagt werden, denn wer die Schau in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle ansieht, hat bald den Eindruck, hier etwas Unwirklichem, Fiktivem beizuwohnen; das Werk eines Künstlers zu sehen, den sich jemand nur ausgedacht haben kann. Einhundertfünfzig Gemälde und Skulpturen wurden versammelt, es ist die größte Werkschau, die Lüpertz jemals erhielt. Das Format der Gemälde ist fast immer übergroß, ein klassizistisches Tempelchen wurde in die Schau eingebaut, um einige Werke aufzunehmen; es gibt einen kiloschweren Katalog, an der Wand stehen Lüpertz' Gedichte.

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