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Debatten in Frankreich : Freiheit, Gleichheit, Vergangenheit

Frankreichs Präsident läutet eine Friedensglocke – Ende August beim Besuch in Irlands Hauptstadt Dublin. Bild: dpa

Die Fußballer verlieren wie Marine Le Pen, und Nazis werden zu Schutzengeln: Im französischen Sommer bestimmten die Geister der Vergangenheit die Debatten des Landes.

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          „Und am Ende siegt Frankreich“, jubelte eine französische Zeitung nach Frankreichs verheißungsvollem Auftakt zur Europameisterschaft im Spiel gegen Deutschland. Immer noch spielen bei jedem Aufeinandertreffen der beiden Fußball-Nationalmannschaften die Gespenster der Vergangenheit mit. Den Gewinn ihres ersten Weltmeister-Titels 1998 hatten viele Franzosen als „Endspiel gegen Vichy“ und Jean-Marie Le Pen verklärt, doch die Instrumentalisierung entpuppte sich als fromme Lebenslüge. Zwanzig Jahre später führte ein strahlender junger Staatschef die Nationalmannschaft in Moskau zurück auf den Fußball-Gipfel. Abermals wurde das Hochgefühl nach dem Sieg verspielt. Es kam zur Revolte der „Gelbwesten“, der Regierungssprecher beschimpfte sie als „braune Pest“.

          Jürg Altwegg
          Freier Autor im Feuilleton.

          Doch das Schreckgespenst funktioniert nicht mehr. Die Intellektuellen waren die Ersten, die erklärten, dass sie, auch wenn es gegen Marine Le Pen gehe, nicht noch einmal Macron wählen würden. Mit der ostentativen Entnazifizierung des Rassemblement National (RN) durch die Tochter von Le Pen, der einst Schallplatten mit Nazi-Gesängen und Pétain-Reden verkaufte, hat der Gesinnungswandel, Macron betreffend, nichts zu tun. Vielmehr haben der Islam-Gauchismus und die Woke-Ideologie den Glauben an die Revolution erneuert. Zu ihm gehört die Überzeugung, dass die Beschwörung des Antifaschismus nur der Rettung des Kapitalismus nützt.

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