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Neuer Architekturstreit : Bloß nicht die steile These erschüttern!

  • -Aktualisiert am

Blick in Frankfurts Altstadt: Spielt die Rekonstruktion verlorener Bauwerke den Antidemokraten in die Hände? Bild: Wolfgang Eilmes

Neuer Architekturstreit: In der Kampagne gegen „rechte Räume“ vergiftet mangelnde Präzision das Klima. Eine notwendige Debatte findet nicht statt.

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          Lange Zeit schien es, als sei in Deutschland nach den Endlosdebatten über den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche oder des Berliner Stadtschlosses zum Thema architektonische Rekonstruktion wirklich alles gesagt. Dann aber sorgte der Architekturhistoriker Stephan Trüby im vergangenen Jahr für neuen Wirbel. Er zeigte auf, dass rechtslastige Kreise zu den Initiatoren des Wiederaufbaus der Frankfurter Altstadt gehört hatten, und inkriminierte das Projekt als Beispiel für Rekonstruktion als „Schlüsselmedium der autoritären, völkischen, geschichtsrevisionistischen Rechten“.

          Nun legte Trüby mit einem Themenheft der Architekturzeitschrift „Arch+“ über „rechte Räume“ nach, das er zusammen mit einem Team des von ihm geleiteten Instituts für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart (IGmA) als Gastredakteur konzipierte. Als Bericht von einer Europareise angelegt, versammelt das voluminöse Heft Beispiele aus verschiedenen Ländern, in denen die Autoren „Raumproduktionen“ rechter Milieus ausmachen. Die Frankfurter Altstadt, die Dresdner Frauenkirche oder der Walter-Benjamin-Platz in Berlin finden sich hier in einer kompromittierenden Gesellschaft wieder, zu der faschistische Kultorte wie der Franco-Mausoleumskomplex Valle des los Caídos, Mussolinis Geburtsort Predappio und Hitlers Geburtshaus in Braunau, Brutstätten von Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern oder auch nationalkatholisch inspirierte, megalomane Kitschbauten in Polen gehören.

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