Lethen und Sommerfeld : Die große Inszenierung
Der herausragende Germanist Helmut Lethen feierte kürzlich seinen achtzigsten Geburtstag. Die F.A.Z. gratulierte dem hochproduktiven Jubilar zu einer glänzenden Bilanz. Sein Werk, schrieb auch die Wochenzeitung „Freitag“, habe eine ganze Intellektuellengeneration geprägt. Bis 2016 war Lethen Leiter des renommierten Internationalen Forschungszentrums für Kulturwissenschaft in Wien, noch heute hat er eine Professur an der Kunstuniversität Linz. Als Spezialist für neusachliche Literatur, als Analytiker von Carl Schmitt, Ernst Jünger und Gottfried Benn, gilt er als intimer Kenner der Tief- und Abgründe des deutschen Geistes. Entsprechend breit rezipiert wurde sein jüngstes Buch über vier preußische „Staatsräte“. Die Intelligenz des Bösen ist Lethens Lebensthema. Ihm haftet zudem der Nimbus des 68ers an. Als Berliner APO-Aktivist und Kader der maoistischen KPD-AO war ihm in Deutschland die akademische Laufbahn versperrt, er ging in die Niederlande. Erst Mitte der neunziger Jahre kehrte er in den deutschen akademischen Betrieb zurück und nahm einen Ruf nach Rostock an.
