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Lebenszeichen von Asli Erdogan : Vergesst mich nicht!

Sie beschreibt, was das Regime des türkischen Präsidenten ausmacht: Asli Erdogan. Bild: Andreas Pein

Die Schriftstellerin Asli Erdogan sitzt in der Türkei weiter in Haft. Wie viele andere ist sie der Willkür des Regimes ausgesetzt. Jetzt gibt es zumindest ein Lebenszeichen von ihr.

          Die in der Türkei inhaftierte Schriftstellerin Asli Erdogan hatte ein paar Monate lang als „Writer in Residence“ in Zürich gelebt. Die Stadtregierung hat gegen die Verhaftung protestiert und Auskunft über die Gründe sowie über den gesundheitlichen Zustand verlangt.

          Jürg     Altwegg

          Kulturkorrespondent mit Sitz in Genf.

          Jetzt ist die Antwort eingetroffen: Wegen „Volksverhetzung“ und „Propaganda für eine illegale Organisation“ sei sie ins Gefängnis gesteckt worden. Alle rechtsstaatlichen Mittel stünden ihr zur Verfügung, auch gehe man auf ihre „Bedürfnisse“ ein. Sogar über den Gesundheitszustand sei man im Brief der Türkei informiert worden, sagte der Sprecher der Stadt Zürich.

          Wer soll dem Glauben schenken?

          Diesen Angaben dürfe man keinerlei Glauben schenken, sagt der deutsche Pen-Club, der sich ebenfalls um Asli Erdogans Freilassung bemüht. Dem Schweizer Fernsehen wurde ein Brief von ihr zugespielt, in dem sie über die Verhaftung in ihrer Wohnung in Istanbul berichtet und diese eine „Demütigung“ nennt.

          Über ihren Gesundheitszustand schweigt sich Asli Erdogan aus, weil sie mit Sanktionen rechnen muss. Sie werde ohne jeden Grund festgehalten: „Ich weiß, dass dies ein politischer Entscheid ist, und Hoffnung habe ich keine mehr.“ Zum Schluss schreibt sie: „Bitte vergesst mich nicht. Und meine Bücher. Es sind meine Kinder.“

          Dass sie nicht vergessen ist, zeigte sich jetzt unter anderem dadurch, dass der schwedische PEN sie mit dem Tucholsky-Preis ehrt. Asli Erdogan sei eine der prominentesten Stimmen in der zeitgenössischen türkischen Literatur. Sie nehme sich in ihrem Werk immer wieder Tabuthemen an wie dem Genozid an den Armeniern, der Kurdenfrage, Gewalt gegen Frauen und der Folter in türkischen Gefängnissen. Der Tucholsky-Preis ist mit umgerechnet 15 000 Euro dotiert. Er wird an Schriftsteller verliehen, die im eigenen Land verfolgt werden.

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