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FAZ Plus Artikel KZ-Opfer Bischof Bursche : Symbolische Beisetzung nach einem Menschenalter

„Im Krankenhaus gestorben, das klingt natürlich viel besser als im KZ gestorben“: Nach Aktenlage starb Juliusz Bursche am 20. Februar 1942 nach Jahren in Sachsenhausen. Das Bild zeigt den Eingang zum KZ. Bild: Picture-Alliance

Als Bischof Juliusz Bursche 1942 nach Jahren im KZ starb, hatte nichts mehr an den Gegner der Nationalsozialisten erinnern sollen. Jetzt wurde er in Warschau symbolisch beigesetzt. Zwei Freizeithistoriker hatten seine Spuren doch gefunden.

          Auch wer durch den Tod von seiner Heimat geschieden wird, kann auf Heimkehr hoffen. Zumindest auf die seiner sterblichen Überreste. Eine Nation wie die polnische, in deren Geschichte das Exil eine so bedeutende Rolle spielt, legt Wert darauf, ihre großen Söhne auch nach dem Tod noch heimzuholen. In den letzten hundert Jahren gab es dafür viele Beispiele. Der Romantiker Juliusz Słowacki, einer der bedeutendsten Dichter Polens, starb 1849 in Paris und wurde auf dem Friedhof Montmartre beigesetzt; 1927 wurde sein Leichnam, nachdem eine Bürgerinitiative das gefordert hatte, exhumiert. Ein Schiff der polnischen Kriegsmarine brachte ihn nach Danzig und von dort die Weichsel hinauf bis nach Krakau. In den Städten am Fluss huldigten die Menschen den Gebeinen des Dichters, als reisten hier die Reliquien eines Heiligen. Auch nach 1989 gab es Rückführungen dieser Art. Sie galten jenen, die Hitlers oder Stalins Herrschaft ins Exil getrieben hatte: die Staats- oder Regierungschefs Ignacy Jan Paderewski, Władysław Sikorski und Stanisław Mikołajczyk, auch General Władysław Anders.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Am Wochenende wurde wieder ein bedeutender Verstorbener heimgeholt: Bischof Juliusz Bursche, Oberhaupt der evangelisch-lutherischen Kirche Polens. Dieser Fall unterscheidet sich von den vorangegangenen: Hier gab es kein Grab und keinen Sarg. Auch von Exil im üblichen Sinne kann nicht die Rede sein. Die letzten Jahre seines Lebens hatte der Geistliche im KZ Sachsenhausen verbracht. Als er starb, verfügten die NS-Behörden eine vollständige damnatio memoriae: Nichts sollte an diesen Gegner ihres Regimes erinnern. Seine Familie im besetzten Warschau bekam weder die erbetene Urne mit der Asche, noch irgendwelche Auskünfte über die Umstände seines Todes oder die Bestattung – wenn man denn das anonyme Verscharren bei Nacht und Nebel in Berlin als solche bezeichnen kann. Damals beteiligten sich deutsche Kirchenvertreter an der Vertuschungsaktion. Erst etwa fünfzig Jahre später sprach die EKD eine Entschuldigung aus. „Es ist für uns beschämend, dass sich damals unsere Kirche diesem schändlichen Treiben nicht entgegengestellt hat“, hieß es im Grußwort des Berliner Bischofs Markus Dröge, das jetzt in Warschau verlesen wurde.

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