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Kuschelige Spähroboter : Vom Haustier belauscht

  • -Aktualisiert am

Okay, Aibo – wer erzieht künftig den Roboter-Hund? Bild: Sony/Andreas Sütterlin

Hier kommt der nächste Trend, von dem wir uns nicht an der Nase herumführen lassen sollten: Neugierige Roboter zum Streicheln forschen uns für die Wirtschaft aus.

          Die Deutschen gelten als Haustierfreunde und leben einigermaßen in Eintracht mit Millionen Hunden und Katzen. Nur das Verreisen, das zweitwichtigste Hobby der Deutschen, wird durch Haustiere erschwert. Wer füttert Wauzi und schenkt Aufmerksamkeit während der Abwesenheit? Regelmäßige Maschinenraum-Leser werden die Lösung schon ahnen: Roboterhunde!

          Kommt man heim, wedeln sie erfreut mit dem Schwanz und gehorchen Sprachkommandos – und zwar zuverlässig. Tagsüber kontrollieren sie das intelligente Heim und besorgen sich ihr Futter selbst, wenn Akkuaufladen nötig wird. Statt Betteln am Tisch beantworten die elektronischen Tierchen Fragen nach dem Wetter oder griechischer Geschichte oder lassen sich Nachrichten diktieren, die sogleich versendet werden. Und steht der Urlaub an, zieht man eben den Stecker.

          Die Vernetzung nimmt Fahrt auf

          „Robotisches Haustier“ ist die Vision einer Firma, deren Roboterhunde namens Aibo einst bei Forschern beliebt waren. Jetzt steht beim Hersteller Sony die Sprachsteuerung im Vordergrund und die Fähigkeit, gesprochene Sätze als Befehle oder Fragen korrekt zu interpretieren. Aber spricht das Robo-Haustier nur zu uns, wenn es beständig in den Raum lauscht und Befehle erwartet?

          Anders als die CogniToy-Produkte von IBM, die als smarte Dinosaurier vornehmlich an Kinder vermarktet wurden, bewegen sich neuere Haustierroboter schneller und umsichtiger. Zwar konnte man mit dem IBM-Saurier schon Echtzeit-Spracherkennung ausprobieren, Antworten auf mündliche Fragen bekommen und Stimmen zum Wiedererkennen speichern, doch Sony plant auch gleich die Haushaltssteuerung durch die Robo-Hunde.

          Der Schmuse-Roboter Paro soll vor allem für ältere, auch demente Menschen geeignet sein.

          Bei Robotern nimmt die Vernetzung und Sprachsteuerung langsam Fahrt auf, in Produkten wie Amazon Echo, Google Home oder Microsoft Cortana ist sie schon zentrales Element und kann mit Übersetzungserweiterungen unglaublich praktisch sein. Microsoft hat letzte Woche bekanntgegeben, seinen Sprachassistenten Cortana nun mit seinem Sprach- und Messengerdienst Skype zu verknüpfen. Das war schon vor mehr als einem Jahr angekündigt worden, nimmt aber jetzt konkrete Gestalt an.

          Im Hintergrund steht der Konsum

          Man kann Cortana ansprechen und in Alltagssprache Fragen zur Beantwortung stellen. Zugleich können Aufgaben abgearbeitet werden. Der Assistent lauscht aber auch bei Gesprächen mit, „hinter den Kulissen“, wie Microsoft das nennt. Dadurch wird eine kontextbasierte Auswertung des Gesagten möglich und eine semantische Erkennung der Inhalte der laufenden Gespräche.

          Mit dem Windows-10-Betriebssystem hatte sich die Cortana-Nutzerschar ohnehin schon erweitert. Den Befehl „Hey Cortana“ laut auszusprechen gehört – zumindest in Werbevideos – schon zum Alltag. Mit der Integration in Skype-Gespräche soll der Sprachassistent aber vor allem Vorschläge unterbreiten. Dem Nutzer wird dann im Kontext des Gesprächs mitgeteilt, wo man abends speisen könnte, welcher Film läuft oder welche Schuhe nach der neuesten Herbstmode perfekt zur Garderobe passen.

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