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Ausstellungsabsage in Leipzig : Kunst darf mehr

Ohne Jahresausstellung: das Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei. Bild: dpa

Sechsunddreißig Künstler wollten auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei ausstellen. Nun wurde die Ausstellung abgesagt – weil einer der Künstler angeblich AfD-Sympathisant sei.

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          Es sollte eine inspirierende Ausstellung werden auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei. Sechsunddreißig Künstler waren darauf vorbereitet, ihre Werke noch in dieser Woche in der 26. Leipziger Jahresausstellung des gleichnamigen Veranstalters (LIA) zu präsentieren. Doch nun ist ihnen der neue Zwang zum politischen Konsens in die Quere gekommen.

          Hannah Bethke

          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Ein Künstler ist unter den Ausstellern, dem die falsche politische Gesinnung nachgesagt wird: Axel Krause, 1958 in Halle geboren, habe auf seiner Facebook-Seite Sympathien für die AfD bekundet und sei außerdem in deren Desiderius-Erasmus-Stiftung Mitglied des Kuratoriums. Sofort äußerten einige Künstler Unmut über die unliebsame Nachbarschaft. Die Schau könne als Rehabilitierung Krauses verstanden werden. Schon im vergangenen Jahr stand der Künstler wegen seiner politischen Ansichten in der Kritik; schließlich trennte sich die Leipziger Galerie Kleindienst von ihm. Prompt sagten die Künstler Oskar Schmidt und Moritz Frei ihre Beteiligung an der LIA ab.

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