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Kulturpreis-Affäre : Schäuble: „Es empfiehlt sich, Texte zu lesen“

  • Aktualisiert am

Schäuble zieht Lehren aus der Affäre Bild: dpa

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat sich zur Nicht-Verleihung des Hessischen Kulturpreises an Navid Kermani geäußert - und kritisiert indirekt die designierten Preisträger Kardinal Lehmann und Steinacker.

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          Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat sich kritisch zur Nicht-Verleihung des Hessischen Kulturpreises an Navid Kermani geäußert. Im Berliner Wissenschaftskolleg, wo der Minister am Dienstagabend mit dem muslimischen Rechtsgelehrten Abdullahi Achmed An-Na'im und dem früheren Richter am Bundesverfassungsgericht Dieter Grimm über den Islam und den säkularen Staat diskutierte, wurde er nach seiner Meinung zur Lehmann-Steinacker-Affäre gefragt. Nach kurzer Bedenkzeit antwortete er zunächst, ironisch lächelnd, mit dem Satz: „Ich mache es so: Es gibt Dinge, die werden nicht dadurch besser, dass jeder dazu etwas sagt.“

          Dann fuhr er allerdings fort und sagte doch etwas. „Es empfiehlt sich übrigens für jeden, Texte zu lesen. Das ist auch eine Lehre.“ Er habe wie alle im Saal von der Sache erst aus der Zeitung erfahren. „Da war das Kind schon im Brunnen.“ Für besser hätte Schäuble es gehalten, wenn die Preisverleihung abgesagt und ein neuer Anlauf unternommen worden wäre. Mehr wolle er nicht sagen. „Sie haben ja auch so meine Meinung.“

          Unterdessen hat Kardinal Lehmann in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Mittwochsausgabe) betont, er habe die Bildbetrachtung Kermanis, die er gegenüber dem hessischen Ministerpräsidenten Koch in Übereinstimmung mit dem früheren hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Steinacker als unversöhnlichen Angriff auf das Christentum bewertet hatte, durchaus gelesen (Kulturpreis-Affäre: Lehmann - Kein Respekt vor dem Glauben). Der Islamwissenschaftler und Schriftsteller Navid Kermani ist Mitglied der von Schäuble 2006 einberufenen Islamkonferenz.

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