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Unterricht in Amerika : Lektion eins: Liebe zum Vaterland

Ein kleines Mädchen steigt in den Schulbus. Bild: Reuters

Der amerikanische Schulunterricht soll patriotischer werden. Das fordert Präsident Donald Trump und zündet damit eine weitere Stufe im Kulturkampf.

          4 Min.

          Was bedeutet Erziehung zum Patriotismus? Wäre das eine gute Sache, Kinder und Jugendliche in diesem Sinn zu erziehen? Zur Liebe zu ihrem Land und seiner Verfassung? Es kommt darauf an. Auf die Mittel. Auf die Verfassung. Darauf, ob Widersprüche ausgehalten werden, Freiheit des Denkens gelehrt wird und ob sich der Patriotismus – die Liebe – vom Nationalismus – dem Hass – am Anfang der Bemühungen und an ihrem Ende unterscheiden lässt.

          Verena Lueken
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Der amtierende amerikanische Präsident hat angekündigt, eine Kommission einzurichten, die für „patriotischen Schulunterricht“ sorgen soll. Sein in einer Rede aus Anlass der White House Conference on American History vor einigen Tagen erklärtes Ziel: vermeintlich „linke Indoktrination“, die er mit „Kindesmissbrauch“ gleichsetzte, an den Schulen und Universitäten zu unterbinden und den heranwachsenden Amerikanern vor allem beizubringen, warum ihr Land großartig sei. Viel zu viel würde in den Klassenzimmern über Sklaverei und ihr Erbe im angeblich systemischen Rassismus erzählt, die Kinder würden mit „hasserfüllten Lügen“ über ihr Land gefüttert, und der politische Gegner, die Demokraten, mache dabei mit.

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